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      Der Klassiker: das hohle Buch als Geldversteck. Keine ganz schlechte Idee - sicherer sind Wertgegenstände allerdings in einem Bankschließfach oder Tresor. (Quelle: Andreas Achmann)

      Sieben außergewöhnliche Geldverstecke 16. Februar 2016

      Sind Sie sicher?

      Text: Allianz
      Foto: Andreas Achmann
      Jeder dritte Deutsche bringt sein Geld nicht zur Bank, sondern bewahrt es bei sich zu Hause auf. Nur wo? Sieben Sparfüchse verraten uns ihre ganz persönliche Strategie zur Geldablage.

      Im Regal: Sparbuch

      Ja, ich weiß, ein falsches Buch ist der älteste Trick der Welt, um Wertsachen zu verstecken. Aber unsere Bücherwand ist dermaßen groß und unübersichtlich, dass selbst ich das hohle Buch immer suchen muss. Wie soll es da ein Einbrecher finden? Die Goldbarren darin sind die Mieteinnahmen aus dem Haus meines Großvaters. Ich brauche das Geld nicht und spare es für die Kinder. In meiner Vorstellung liegt im Keller von Opas Haus ein kleiner Goldschatz, der beständig größer wird. Wie es wohl sein wird, wenn die Kinder ihn entdecken? Ich hoffe sehr, dass sie ihn finden werden. Meiner Ansicht nach ist die größte Gefahr für einen Goldschatz nicht, gestohlen, sondern vergessen zu werden. Da muss ich mir noch etwas überlegen. Das hohle Buch hilft da nicht weiter.

      Wolfgang, 47, Lehrer

      In der Reisetasche: Geldbeutel

      Seit zwei Jahren teile ich mit einem Freund ein Apartment in den Bergen. Bei meinem letzten Besuch war ich sehr überrascht: Ins Gästezimmer war jemand eingezogen. Da lagen Anzüge herum, Lederschuhe und Hermès-Krawatten. Und dazwischen dieser Geldsack. Ich rief sofort meinen Mitbewohner an. Der sagte, er habe einen Freund dort einquartiert. Ja – und wen? Ausgerechnet den Mann meiner besten Freundin! Der sie gerade eben verlassen hatte! Das Chaos, das jetzt folgte, können Sie sich vorstellen. Ich hätte den Geldsack ja sofort an mich genommen, als Vorschuss auf den Unterhalt, den meine Freundin von ihm kriegen wird. Aber die 2,89 Euro darin lohnten nun wirklich nicht. Der Mann ist übrigens Investmentbanker.

      Beatrice, 37, Grafikdesignerin 

      Der Geldbeutel in der Reisetasche ist schnell gefunden und geplündert.

      Foto: Andreas Achmann

      Die Reisetasche als Geldversteck (Quelle: Andreas Achmann)

      Im Eisfach: Geldvorräte

      Seit Jahren verstecke ich große Scheine in einer Packung Fischstäbchen. Hinten gebe ich das Geld rein, verpackt in eine kleine Gefriertüte. Davor liegen zur Tarnung drei der panierten Fischfilets. Dann friere ich alles schnell wieder ein. Mein Kühlschrank hat drei Sterne, das geht ohne Weiteres. Auch meine Freundinnen haben ihre Geheimfächer, einige stellen zwei Blumenvasen ineinander oder legen ihr Geld unter den doppelten Boden in einer Schublade. Wir sind alles ältere Damen weit über 80. Zur Bank kommen wir nicht mehr so einfach wie früher. Die meisten von uns können oder dürfen nicht mehr Auto fahren. Außerdem sind wir verärgert, dass es fast keine Zinsen mehr gibt. Du musst ja immer Angst haben, dass die Banken wieder solche Sperenzchen machen und andere Banken retten müssen. Das Geld der Sparer ist da schnell weg.

      Ilse, 89, Rentnerin

      Eisgekühlt: Das Gefrierfach als Geldversteck

      Foto: Andreas Achmann

      Das Gefrierfach als Geldversteck (Quelle: Andreas Achmann)

      In der Schublade: Spardose

      Sparen fängt für mich nicht beim Geld an. Viel wichtiger ist es, Ressourcen zu sparen. Plastik wird aus Öl hergestellt, und das ist endlich. Ganz vermeiden kann man Plastik leider nicht, und so versuche ich, zumindest einen Teil weiterzuverwenden. In den Döschen war ursprünglich Salat. Jetzt bewahre ich darin nach Wert sortiert Münzen auf, die im Alltag übrig bleiben. Da kommen schnell 150 Euro zusammen. Das Geld nutze ich für unerwartete Ausgaben. Größere Beträge spare ich auf der Bank. Im Moment befinde ich mich aber in einer Phase des Entsparens. Laien finden den Begriff oft lustig, er ist aber ein fester Terminus in der Ökonomie. Mit der Auflösung meiner Ersparnisse finanziere ich die letzten Monate meines Wirtschaftsstudiums.

      Thorsten, 40, Student 

      Die Salatschüssel in der Schublade wird zur Spardose umfunktioniert.

      Foto: Andreas Achmann

      Die Schublade als Geldversteck (Quelle: Andreas Achmann)

      Im Sekretär: Geldautomat

      Zum nächsten Geldautomaten, bei dem ich keine Gebühren zahlen muss, muss ich fünf Kilometer weit fahren. Deshalb habe ich immer ein paar Hundert Euro in bar zu Hause. Sie liegen bei mir in einem Kästchen, das sich unter einer Schublade in meinem hundert Jahre alten Sekretär befindet. Ich habe es zufällig beim Aufräumen entdeckt – ein echtes, kleines Geheimfach. Die Uhr und der Schlumpf dienen nur zum Beschweren der Scheine. Wenn die sich nach oben wölben, geht die Schublade nicht mehr zu. Als Notgroschen sehe ich die Barschaft nicht an, mein eigentlicher Notgroschen sind meine drei Lebensversicherungen. Der Vorteil ist: Da geht man nicht ran. An das Kästchen dagegen geht bei uns jeder ran, meine Frau, ich und hin und wieder auch unsere Haushaltshilfe, wenn sie Putzsachen kaufen muss.

      Alexander, 46, Medienberater 

      Ein kleines Geheimfach im Sekretär: Ob das Geld dort sicher ist?

      Foto: Andreas Achmann

      Der Sekretär als Geldversteck (Quelle: Andreas Achmann)

      Im Sakko: Taschengeld

      Ich arbeite als Friseur, da wandert natürlich recht viel Bargeld durch meine Hände. Einen Teil davon sehen Sie hier. Bei uns in Bayern haben wir dafür den schönen Begriff "Schmugeld" – das ist die versteckte Barreserve, die irgendwo zwischen Trinkgeld und Schwarzgeld liegt. Das haben Hausfrauen genauso wie Handwerker. Bei mir können da schon mal 2000 Euro zusammenkommen. Okay, manchmal auch 3000. Jetzt hören Sie auf nachzufragen, einmal waren es auch 5000. Ich verwende mein Schmugeld für unvorhergesehene Ausgaben, etwa wenn die Waschmaschine kaputtgeht. Das Versteck in meinem Sakko finde ich übrigens ausreichend sicher: Es ist nämlich so, dass ich nie Sakkos trage. Da kann es also auch nicht verloren gehen.

      Thomas, 47, Friseurmeister

      Das "Schmuckgeld" landet in der Sakko-Tasche.

      Foto: Andreas Achmann

      Das Sakko als Geldversteck (Quelle: Andreas Achmann)

      In der Spieldose: Schatzkiste

      Die Spieluhr bekam meine Tochter von ihrer Tante. Meine Frau stammt aus Griechenland, dort wird zur Taufe Gold geschenkt. Daher die vielen Goldmünzen, Ketten und Anhänger. Zusammen mit den Geldgeschenken bewahren wir alles in der Spieluhr auf. Unsere Tochter spielt gern damit, aber mit drei Jahren begreift sie den Wert natürlich noch nicht. Wenn sie 18 ist, kann sie entscheiden, was sie damit macht. Uns ist es wichtig, den Kindern beizubringen, verantwortungsvoll mit Geld umzugehen. Dass man zuerst spart und dann erst etwas kauft. So haben es mir meine Eltern beigebracht. Klar, das war manchmal anstrengend. Aber man lernt: Geld ist nicht das Wichtigste. Glück und Gesundheit kann man sich nicht kaufen.

      Patrick, 32, Künstler 

      Neben Schmuck ist in der Spieluhr auch für einige Scheine Platz.

      Foto: Andreas Achmann

      Die Spieluhr als Geldversteck (Quelle: Andreas Achmann)


      Dieser Text stammt aus dem Allianz Deutschland Kundenmagazin "1890", Ausgabe 1/2016 zum Schwerpunkt Verzicht. Das ganze Heft finden Sie zum Download in unserer Mediathek.