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      Lernen mit Lego: Wie man mit der Scrum-Methode weiter kommt, erprobten die von der Allianz eingeladenen IT-Studierenden mit bunten Spielsteinen. (Quelle: Isabell Troppmann)

      12. Januar 2017

      Warum die Allianz IT-Studenten mit Lego spielen lässt

      Text: Isabell Troppmann
      Foto: Isabell Troppmann
      Die agile Arbeitsmethode Scrum hält mehr und mehr Einzug in die Produktentwicklung. Die Allianz hat 25 Studierende aus dem Bereich Informatik eingeladen, um ihnen die Methode näherzubringen und das Unternehmen als modernen und attraktiven IT-Arbeitgeber zu präsentieren.

      Was haben Rugby, Lego und eine Grillparty mit Scrum zu tun? Das erfuhren 25 Studentinnen und Studenten der (Wirtschafts-)Informatik beim Scrum-Workshop in Unterföhring und dem Agilen Training Center der Allianz in München. Die Motivation dahinter: Bei Jobs im IT-Bereich denkt man nicht spontan an die Allianz – leider. Das möchte das Personalmarketing-Team des Unternehmens ändern und lud deshalb zu dem zweitägigen Workshop ein.

      Für Dr. Klaus Driever, Leiter digitaler Verkauf, ein wichtiges Anliegen: „Auch ein Versicherungsunternehmen wie die Allianz ist ein interessantes IT-Unternehmen.“ Das Interesse ist groß: über 200 Studentinnen und Studenten sandten ihre Bewerbungsunterlagen ein, um bei „Scrum erleben“ dabei sein zu können.

      Scrum-Strategie stammt ursprünglich aus dem Rugby-Sport

      Ursprünglich beschreibt „Scrum“ das Gedränge beim Rugby, wenn das Team zusammenkommt und über die weitere Spielstrategie entscheidet. In der Produktentwicklung ist Scrum ein agiles Vorgehen, bei dem das Team sich selbst organisiert und in festen Zeitabschnitten („Sprints“ genannt) Anforderungen in Produkte umwandelt.

      In den Teams gibt es verschiedene Funktionen. Zunächst einmal den Product Owner, der die Vision für das Projekt im Blick behält, also darauf achtet, dass die Grundidee im Fokus der Entwicklung bleibt. Ihn unterstützt der Scrum Master, der dafür sorgt, dass das Team ungestört arbeiten kann und dass die Scrum-Regeln eingehalten werden. Das Development Team setzt den Auftrag um und organisiert sich dabei selbst nach eigenen Regeln, die häufig erst während des Prozesses entstehen und angepasst werden.

      Gruppenbild mit Allianz Managern: Dr. Klaus Driever, Leiter Digitaler Verkauf (links im Bild), und Dr. Andreas Nolte, CIO der Allianz Deutschland AG (rechts im Bild), begleiteten den Scrum-Workshop für Studierende.

      Foto: Isabell Troppmann

      Gruppenbild mit Allianz Managern: Dr. Klaus Driever, Leiter Digitaler Verkauf (links im Bild), und Dr. Andreas Nolte, CIO der Allianz Deutschland AG (rechts im Bild), begleiteten den Scrum-Workshop für Studierende. (Quelle: Isabell Troppmann)


      Agiles Vorgehen kann auch im Alltag nützlich sein

      Ganz wichtig: die Qualität des Produkts ständig zu überprüfen und immer zu hinterfragen, ob der Kunde wirklich noch im Zentrum der Entwicklung steht. Dass Scrum aber keineswegs nur in der IT von Nutzen ist, zeigte Dieter Bertsch, Certified Scrum Professional und Trainer des Workshops, am Beispiel einer Grillparty.

      Für die große Feier mit Kollegen stellte er ein Organisationsteam – in diesem Fall seine Familie – zusammen und plante anhand von Einkaufslisten und Zeitübersichten. Jedes Mal, wenn sie merkten, dass etwas fehlte, wurde der Plan direkt geändert – ein klassischer Fall von agilem Vorgehen im Alltag.

      Legosteine helfen dabei, die Methode zu verstehen

      Die Theorie zur agilen Methode Scrum versteht man am besten, wenn man sie direkt praktisch ausprobiert. Die Teilnehmer staunten nicht schlecht, als Dieter Bertsch zwei große Säcke voller Legosteine auf Tische verteilte. Die Studenten bildeten kleine Scrum-Teams und erhielten die Produktvisionen, nämlich kleine Zettel, auf denen Häuser und Autos  skizziert waren oder einfach nur „Kirche“ stand. Ihre Aufgabe: Erst entscheiden, was das Team in sieben Minuten aus den Legosteinen bauen kann und dann loslegen.

      Sofort ging das Gedränge los, jeder wollte die richtigen Steine für Bäume, Kindergarten und Polizeistation ergattern. Nach sieben Minuten, die wie im Flug vergingen, nahmen Dieter Bertsch und sein externen Kollege Michael Brandt die Ergebnisse ab – oder eben nicht, wenn sie nicht den Vorstellungen entsprachen.

      „Leider hat niemand daran gedacht, nachzufragen. Sonst hätten die Teams schnell erfahren, dass ich mir einfarbige Reihenhäuser wünsche und keine bunten. Im zweiten Durchgang ist allen klar, dass Nachfragen zu Scrum dazugehört – und schon läuft es viel reibungsloser“, beobachtet Dieter Bertsch und ist beeindruckt: „Es lässt sich schnell erkennen, wie Teamgeist entsteht und die Teilnehmer gemeinsam arbeiten und Ideen entwickeln.“

      Nett - aber nicht das, was sich der Bauherr vorgestellt hat: Immer wieder genau nachzufragen, gehört zu den wesentlichen Merkmalen des agilen Arbeitens.

      Foto: Isabell Troppmann

      Nett - aber nicht das, was sich der Bauherr vorgestellt hat: Immer wieder genau nachzufragen, gehört zu den wesentlichen Merkmalen des agilen Arbeitens. (Quelle: Isabell Troppmann)


      Scrum in Theorie und Praxis

      Für die Studenten, die für den Workshop der Allianz aus ganz Deutschland angereist sind, ist Scrum teilweise ein neuer Ansatz, einige haben es im Studium schon kennengelernt. „Wir nutzen Scrum an der Uni, deshalb interessiert mich besonders, wie es die Allianz in der Praxis anwendet“, sagt Benjamin Vollmer, der aus Tübingen kommt. Das konnten die Teilnehmer am zweiten Tag beobachten, als sie das Agile Training Center im Zentrum Münchens besuchten.

      „Scrum wirklich im Unternehmen zu sehen, ist natürlich noch mal etwas ganz anderes als die Theorie“, sagt Dr. Andreas Nolte, CIO der Allianz Deutschland. Nur so lässt sich die besondere Atmosphäre erfassen, die unter anderem im Stand-up Meeting – den kurzen täglichen Teammeetings zur internen Abstimmung – entsteht.

      Eva Maria Schmid vom Personalmarketing-Team freut sich über den Erfolg der Veranstaltung: „Das größte Lob für uns ist das Feedback am Ende der zwei Tage. Die Teilnehmer sind begeistert von der Veranstaltung, der agilen Arbeitsweise und der tollen Atmosphäre bei der Allianz, die während der zwei Tage für jeden zu erleben war.“