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    • Tierversicherungen: Kuriose Versicherungsfälle mit Tieren
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      Tierische Versicherungsfälle 30. März 2015

      Ich glaub', mich tritt eine Giraffe!

      Text: Daniel Aschoff
      Wenn sich Mensch und Tier ins Gehege kommen, kann es teuer werden. Einige lehrreiche Versicherungsfälle.

      Bei dem Schäferhund, der in Franken in einem Karpfenteich wilderte, muss es sich um einen ganz besonderen Feinschmecker gehandelt haben. Rund 40 Leckerbissen schwammen direkt vor seiner Schnauze herum, doch der Hund angelte sich ausgerechnet die dicksten Fische im Teich: drei Koi-Karpfen, die erlesensten Fische überhaupt. Die japanischen Edelfische waren zusammen rund 17.000 Euro wert. War ziemlich teuer, dieses Sashimi.

      Wenn Tiere zum Versicherungsfall werden, klingen die dazugehörigen Schadenakten oft wie das Drehbuch einer Komödie oder eines Horrorfilms: Ein Seehund beißt einen Strandgänger in den Hintern. Ein Schwein versetzt beim Füttern einem Bauern einen wuchtigen Kopfstoß. Eine Elster reißt eine Fleischwunde ins Gesicht eines Spaziergängers. Eine Maus schnappt zu, als ein Tierfreund sie vor einer Katze retten will. Ein Baby-Hai beißt einen Fischer in den Zeh.

      Ein echter Gourmet: So mancher Hund verspeist am liebsten Nachbars Koi.

      Foto: Anja Stiehler c/o Jutta Fricke

      Ein echter Gourmet: Dieser Hund verspeist am liebsten Koi. (Quelle: Anja Stiehler c/o Jutta Fricke)

      Giraffe in der Falle

      Eine recht kuriose Geschichte erlebte auch ein Allianz Kunde, der gemeinsam mit Freundin und Kind mit offenem Seitenfenster durch den Serengeti-Park Hodenhagen bei Hannover fuhr. Während eines kurzen Stopps steckte plötzlich eine Giraffe ihren Kopf in den Wagen, um an im Fußraum liegendes Obst zu gelangen. Das Tier erschrak ebenso sehr wie die Autoinsassen. Es versuchte, den Kopf zurückzuziehen, blieb jedoch mit den Hörnern am Türrahmen hängen. Erst nach einigem Hin und Her gelang es der Giraffe, den Kopf wieder aus dem Fahrzeug zu ziehen. Die Familie beendete darauf hin ihren Ausflug, kam ansonsten aber mit dem Schrecken davon. Die Allianz ersetzte den Schaden an der Tür, immerhin mehrere Tausend Euro.

      Häufiger als Unfälle mit Giraffen sind Zusammenstöße mit Rehen, Hirschen, Feldhasen, Luchsen oder Füchsen, dem sogenannten "Haarwild". 2013 registrierten die deutschen Versicherer rund 247.000 solcher Unfälle – das sind fast 700 pro Tag. Insgesamt verursachten die Tiere Schäden in Höhe von über 560 Millionen Euro. Die Summe lässt sich beziffern, weil bei Unfällen mit Haarwild die Teilkaskoversicherung den Schaden in voller Höhe übernimmt.

      Vorsicht vor sprunghaften Kängurus

      Wer aber im Straßenverkehr mit einem Pferd, einem Rind oder einem Schaf kollidiert, kann oft nicht mit einer Entschädigung seines Versicherers rechnen. So wie ein 30-jähriger Autofahrer, dem ein ausgebüxtes Känguru vor den Kühler lief – nicht in Australien, sondern in der Oberpfalz wohlgemerkt. Das Beuteltier war einem 49-jährigen Zoohändler entwischt, dem es nicht gelang, es wieder einzufangen. Auf der Flucht hüpfte das Tier vor das Auto des jungen Mannes. Das Tier kam mit dem Schrecken davon, der Fahrer mit einem Blechschaden.

      Wer im Straßenverkehr auf Nummer sicher gehen will, kann einen Versicherungsschutz wählen, der neben Haarwildschäden auch den Zusammenstoß mit Pferden, Rindern, Schafen oder Ziegen absichert. Bei der Allianz ist das in der Teil- und Vollkasko im "MeinAuto Komfort-Paket" enthalten. Beim "MeinAuto Top-Paket" sind sogar Zusammenstöße mit allen Tieren versichert, also auch mit sprunghaften Kängurus oder halsstarrigen Giraffen.

      Achtung, herrenloses Kamel on Tour

      Oder mit einem herrenlosen Kamel, wie es einem deutschen Entwicklungshelfer auf einer kenianischen Schotterpiste passierte. Das Tier schreckte aus einem Gebüsch auf und lief gegen den Jeep des Deutschen. Windschutzscheibe und Karosserie des Fahrzeugs wurden bei dem Zusammenprall nahe einer Brücke stark beschädigt. Die Allianz regulierte den Schaden über ihre Auslandsabteilung in Frankfurt innerhalb weniger Tage. Für das Kamel endete der Unfall allerdings tödlich.

      Wenn Mensch und Tier aufeinandertreffen, geht das nicht immer gut aus.

      Foto: Anja Stiehler c/o Jutta Fricke

      Wenn Mensch und Tier aufeinandertreffen, geht das nicht immer gut aus. (Quelle: Anja Stiehler c/o Jutta Fricke)

      Glimpflicher ging ein Unfall für einen Elch in Norwegen aus. Ein Autofahrer war gegen Mitternacht auf einer Landstraße unterwegs und konnte ihn gerade noch rechtzeitig erkennen. Reaktionsschnell wich der Fahrer dem Elch aus – und fuhr geradewegs in einen Bären hinein, der ein paar Meter weiter am Straßenrand stand. Der Fahrer hatte sein Auto schon stark abgebremst, sodass der Bär nur leicht verletzt wurde.

      Dieser Schuss ging nach hinten los

      Es sind aber nicht immer nur die Tiere, die am Ende als die Leidtragenden dastehen. In einem Wald bei Grodno in Weißrussland hatte ein Jäger einen Fuchs angeschossen und plante, ihn mit dem Gewehrkolben von seinem Leid zu erlösen. Reflexartig schlug das Tier mit der Pfote – und traf dabei ausgerechnet den Abzug der Waffe. Die Kugel durchschlug den Oberschenkel des Jägers. Während der Mann in eine Klinik gebracht werden musste, konnte der nur leicht verletzte Fuchs entkommen.

      Noch so ein Problemtier: das Wildschwein. Jagdpächter sind nämlich dafür verantwortlich, dass deren Bestand nicht zu groß wird. Wenn eine fahrlässig große Rotte das benachbarte Kartoffelfeld eines Bauern umpflügt, muss der Jagdpächter unter Umständen dafür haften. An einem Schaden, den ein Wolf anrichtet, trägt ein Jagdpächter dagegen keine Mitschuld. Wenn kleine Haustiere wie Katzen, Kaninchen oder Meerschweinchen einen Schaden verursachen, übernimmt den die Privathaftpflichtversicherung. Für Hunde und Pferde sind aber in einigen Bundesländern spezielle Tierhaftpflichtversicherungen vorgeschrieben.

      Weshalb das sinnvoll ist, zeigt der Fall einer Pferdebesitzerin, deren Gestüt in der Nähe einer Landstraße lag. Nach einem Ausritt hatte sie den Riegel der Pferdebox nicht richtig geschlossen. Das Pferd konnte die Tür aufdrücken und brach aus. Auf der Straße kollidierte es mit einem Auto, ein weiterer Wagen fuhr auf den ersten auf. Der eine Autofahrer ist seither querschnittsgelähmt, der andere konnte ein halbes Jahr lang nicht arbeiten. Schmerzensgeld, Verdienstausfall, Pflegekosten und Sachschaden summierten sich auf 620.000 Euro.

      Unterschätzte Gefahr: Jeden Tag passieren 700 Unfälle mit sogenanntem Haarwild.

      Foto: Anja Stiehler c/o Jutta Fricke

      700 Mal stoßen Mensch und Haarwild zusammen - pro Tag! (Quelle: Anja Stiehler c/o Jutta Fricke)

      Unachtsame Halter machen sich strafbar

      Im Extremfall können sich Tierhalter strafbar machen, wenn sie ihre Tiere nicht unter Kontrolle halten. In Teltow bei Potsdam wurde eine Spaziergängerin von einem Kamel umgerannt. Das Tier war bereits zum zweiten Mal aus einem Wanderzirkus ausgebrochen. Der Besitzer bekam das Kamel wieder – zusammen mit einer Anzeige wegen fahrlässiger Körperverletzung.

      Auch der Fall des fränkischen Schäferhundes, der drei Koi-Karpfen verspeist haben sollte, beschäftigte am Ende ein Gericht. Der Hundehalter hatte zwar eine Hundehaftpflichtversicherung abgeschlossen, die aber weigerte sich zu zahlen, weil keine Fischköpfe, Gräten oder sonstige Reste der Fische zu finden waren. Den delikaten Fall entschied dann das Landgericht Coburg. Der als Zeuge aufgerufene Fischhändler konnte sich dann aber auch nicht mehr daran erinnern, die Fische jemals verkauft zu haben. Für die Richter war das zu viel Anglerlatein auf einmal, weshalb sie den Versicherer von der Zahlungspflicht befreiten.

       

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