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      Trotz Spiegel sind Fußgänger und Radfahrer für den Fahrer nur schwer zu erkennen (Quelle: Allianz Deutschland AG)

      2. Juli 2018

      Sicherheitsvideo für Kinder: der tote Winkel

      Text: Isabell Troppmann
      Foto: Allianz Deutschland AG
      Mit der bekannten Kindermoderatorin Nina Moghaddam drehte die Allianz ihren dritten Sicherheitsfilm für Kinder - das Thema diesmal: der tote Winkel. Ein Blick hinter die Kulissen

      Es soll heiß werden an diesem Donnerstag. Bis zu 32 Grad sind für Ismaning vorhergesagt, wo der Dreh stattfinden wird. Vor dem Allianz Zentrum für Technik (AZT) steht schon ein großer gelber LKW mit Mercedes-Emblem, außerdem laden mehrere Männer Kameras, Lampen und Tonzubehör aus zwei Sprintern aus. Die Vorbereitungen für den dritten Allianz Sicherheitsfilm laufen auf Hochtouren. Drinnen lernen sich die Hauptdarsteller des Films kennen: Nina Moghaddam, bekannte Kindermoderatorin, Carsten Reinkemeyer, Sicherheitsforscher im AZT, und der zehnjährige Lukas. Thema des Films ist der tote Winkel bei Lkw.

      Der tote Winkel

      Lukas im Fahrerhaus des Lkw

      Foto: Allianz Deutschland AG

      Lukas im Fahrerhaus des Lkw (Quelle: Allianz Deutschland AG)

      Lukas klettert in das Fahrerhaus des Lkw und ruft: „Ich sehe ja gar nichts!“ Erst als er einen Blick in die vielen Spiegel wirft, entdeckt er Nina und Carsten – wenn auch nur ganz klein. Genau das ist das Problem. „Trotz Spiegel sind Fußgänger und Radfahrer für den Fahrer nur schwer zu erkennen. Kinder sind noch kleiner als Erwachsene und verschwinden deshalb besonders leicht im toten Winkel“, erklärt Carsten Reinkemeyer. Laut Analysen der Bundesanstalt für Straßenwesen werden fast 700 Radfahrer und Fußgänger pro Jahr bei Unfällen getötet oder verletzt, die auf den toten Winkel beim rechts abbiegenden Lkw zurückzuführen sind. Das ist einer der Beweggründe, warum sich der dritte Allianz Sicherheitsfilm mit dem Thema „toter Winkel“ beschäftigt.

      Trotz Spiegel sind Fußgänger und Radfahrer für den Fahrer nur schwer zu erkennen

      Foto: Allianz Deutschland AG

      Trotz Spiegel sind Fußgänger und Radfahrer für den Fahrer nur schwer zu erkennen (Quelle: Allianz Deutschland AG)

      Eine Szene nach der anderen

      „Klappe AZT die erste!“, tönt durch den Vorraum des AZT und im Foyer des Forschungsinstituts spielen die Darsteller ihr erstes Kennenlernen für den Film. Eine ganz neue Erfahrung für Lukas, den besonders fasziniert, wie viele Leute an einem solchen Projekt beteiligt sind.

      Am Lkw sprechen die Darsteller darüber, welche technischen Hilfsmittel helfen, den toten Winkel zu verkleinern


      Foto: Allianz Deutschland AG

      Am Lkw sprechen die Darsteller darüber, welche technischen Hilfsmittel helfen, den toten Winkel zu verkleinern (Quelle: Allianz Deutschland AG)

      Mittags ist es bei den Außenszenen schon so heiß, dass die Kameramänner unter einem Pavillon stehen, während sie drehen. Die Schauspieler halten fleißig durch – der Mineralwasserkonsum an diesem Tag ist immens. Am Ende geht es sogar noch auf die Straße, als die Eingangsszene des Films gedreht wird. Nina und Lukas radeln eine Straße entlang, als plötzlich ein Lieferwagen rechts abbiegt und sie übersieht. Zum Glück können sie noch rechtzeitig bremsen, aber das war wirklich knapp! Michael Reisch von der Polizei München hat die Situation beobachtet und kommt gleich zu ihnen. Er gibt den Tipp: „Radfahrer und Fußgänger sollten bei jeder Einfahrt über die linke Schulter schauen und prüfen, ob ein Auto oder Lkw abbiegt. Auch wenn der Radfahrer Vorfahrt hat, sollte er abbremsen und prüfen, ob die Fahrt wirklich frei ist.“ Besonders rechtsabbiegende Lkw sind gefährlich, weil sie erst noch ein Stück geradeaus in die Kreuzung fahren, bevor sie scharf einlenken. Die Hinterräder fahren dabei näher am Straßenrand – z. B. dem Radweg – als die Vorderräder. Das erkennt ein Fahrradfahrer oder Fußgänger zu spät und kann den Gefahrenbereich nicht mehr rechtzeitig verlassen.

      Wo ist denn nun der tote Winkel?

      Am zweiten Drehtag geht es hoch hinaus – zumindest für die Drohne, die den Lkw aus der Luft filmt, um den toten Winkel zu erklären. Dazu fahren alle auf den Flugplatz in Oberschleißheim und zwischen den startenden Kleinmaschinen zeigt Carsten Reinkemeyer, welche Bereiche am Lkw wirklich nicht einsehbar sind. Plötzlich setzt das Surren der Propeller ein und schon geht eine der Maschinen in die Luft – mit ihr leider auch die Bänder, die am Lkw befestigt sind. Ein Glück, dass die Aufnahmen gerade im Kasten sind!

      Alle Bereiche unter den bunten Bändern sind vom Lkw-Fahrer schwer oder gar nicht einsehbar

      Foto: Allianz Deutschland AG

      Alle Bereiche unter den bunten Bändern sind vom Lkw-Fahrer schwer oder gar nicht einsehbar (Quelle: Allianz Deutschland AG)


      Mit der letzten Klappe fiel auch der Druck vom Team ab und Applaus brach aus. Die Erleichterung war groß, dass an den beiden anstrengenden Drehtagen alles geklappt hat.

      Der Allianz Sicherheitsfilm – eine Erfolgsgeschichte

      Der Film „Schon gewusst? – Der tote Winkel“ richtet sich besonders an Kinder zwischen sechs und 14 Jahren sowie deren Eltern. Die beiden Vorgängerfilme thematisierten das Anschnallen im Auto und das Helmtragen beim Fahrradfahren und sind immer noch ein voller Erfolg: Insgesamt wurden bereits über 200.000 DVDs verteilt. In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) wird die DVD allen Schulen und der Polizei in Deutschland zur Verfügung gestellt. Das Kopieren und Weitergeben zu nicht kommerziellen Zwecken ist ausdrücklich erlaubt.

      Hier ist der aktuelle Film zu sehen.

      Das neue Sicherheitsvideo der Allianz: Unfallgefahr toter Winkel

      Hier finden Sie auch die beiden Vorgänger: Willi Weitzel hat’s geschnallt und Willi Weitzel hat’s geschnallt – Fahrradfahren: Immer mit Helm! 

      Das Begleitmaterial zum Film „Der tote Winkel“ mit vielen weiteren Informationen gibt es hier