Seehund Stormy – „Macht’s gut, und danke für den Fisch“. Seehund Stormy – „Macht’s gut, und danke für den Fisch“
Fotos: Patrick Lux

Die rührende Geschichte eines kleinen Seehunds, der bei Sturm an Land Schutz suchte, den richtigen Leuten begegnete und nach ein paar Dutzend Eimern voller Heringe zurückkehren konnte: in sein altes, neues Leben im offenen Meer

Grau und nasskalt präsentiert sich die Nordseeküste an diesem Morgen Ende November, als der Held unserer Geschichte per Lieferwagen-Shuttle vorfährt. In aller Frühe wurde der Seehund Stormy, mittlerweile eine Berühmtheit in Norddeutschland, vorsichtig an den Hinterflossen gepackt, in eine Transportbox gelegt und mithilfe eines Dacia-Transporters zu seinem Neustart ins wilde Leben verfrachtet.

Rückblick, Anfang Oktober 2017. Sturmtief Xavier fegt über Norddeutschland, und ein kleiner Seehund kann nicht mehr. Er schwimmt ans Ufer der Dove Elbe, eines Seitenarms des Stroms auf Hamburger Gebiet, und robbt sich mühsam auf einen Deich. Spaziergänger finden den völlig erschöpften Seehund und rufen die Feuerwehr.

Der Kleine wird zur Beobachtung und Pflege in die Seehundstation Friedrichskoog gebracht. Stormy ist zwar gesund, aber für sein Alter viel zu schmal. „Er muss viel fressen und lernen, sich selbstständig zu ernähren, um über den Winter zu kommen“, sagt Tanja Rosenberger. Die Diplombiologin leitet die Aufzuchtstation im Kreis Dithmarschen.

Seehundstation Friedrichskoog
Tanja Rosenberger, Leiterin der Seehundstation Friedrichskoog, bei der Fütterung

Aufzuchtstation kümmert sich um verwaiste Babyrobben

Friedrichskoog ist die einzige anerkannte Betreuungsstation für Meeressäuger in Schleswig-Holstein. Sobald Fischer oder Spaziergänger einen Heuler melden, kommt ein Seehundjäger, um die Situation zu beurteilen. Der entscheidet, ob das Tier dort bleiben kann oder ob es tatsächlich ein Heuler ist, der in der Seehundstation aufgezogen werden muss. Heuler sind verwaiste Babyrobben, die einen jammernden Kontaktlaut ausstoßen, dem sie ihren Namen verdanken.

2016 wurden in Friedrichskoog insgesamt 310 Seehunde und Kegelrobben aufgenommen. Sie bleiben zwei bis drei Monate und werden so früh wie möglich wieder ausgewildert. Die Aufzuchtstation gehört zu den meistbesuchten Informations- und Umweltbildungszentren an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste.

Auf zwei Etagen erfährt man fast alles über Meeressäuger wie Seehunde und Kegelrobben. Besucher laufen an Küsten- und Wattmodellen entlang, es gibt Computerspiele, und Kinder können Felle anfassen oder die Stimmen der Heuler anhören.

Die Station betreibt ein eigenständiger Verein mit derzeit zehn fest angestellten Mitarbeitern, und sie finanziert sich über Eintrittsgelder, Patenschaften für Tiere oder Spenden.

Auch die Allianz unterstützt die Arbeit der Biologen, Tierschützer und -ärzte mit ihrer Aktion „E-Mail statt Brief“ (siehe auch Informationen unter diesem Artikel).

Seehundstation Friedrichskoog
Die Seehundstation Friedrichskoog steht auch Besuchern offen

Robbe Stormy ist nicht gerade der schnellste

Mit Live-Cams kann man die Jungtiere im Aufzuchtbereich beobachten. Anders als die Tiere in Dauerhaltung haben die Heuler hier keinen direkten Kontakt zu den Besuchern. Sie sollen sich nicht an Menschen gewöhnen, weil sie sonst nicht mehr in der Natur zurechtkommen.

Stormy, der etwa sechs Monate alt war, als er auf dem Deich strandete, nimmt schnell zu – rund zwei Kilo in der Woche. Nach einigen Tagen im Einzelbecken, einer Wurmkur und einem Gesundheitscheck kann er in ein „Heuler-Becken“ umziehen. Aber er ist noch zu langsam und immer derjenige, der als Letzter sein Fressen erwischt.

Mitleid hat Tanja Rosenberger nicht: „Das ist ein gutes Training, denn im Meer wird es auch nicht anders sein.“ Ein wichtiger Punkt, „schließlich sind das immer noch Wild- und Raubtiere, und sie sollen wild bleiben und sich nicht an Menschen gewöhnen“.

Dass sie wild sind, spürt Tanja Rosenberger hin und wieder: „Natürlich beißen sie. Es sind eben keine Kuscheltiere.“ Der Respekt vor der Natur verhindert auch Sentimentalitäten. „Ich bin nicht traurig, wenn eine Robbe uns verlässt. Die Auswilderung ist ja unser Ziel.“

Stormy ist bei seiner Auswilderung wieder fit

An diesem Morgen Ende November hält der Transporter an einem Priel in einem militärischen Sperrgebiet, nur wenige Kilometer von der Station entfernt. Stormy hat sein Gewicht mehr als verdoppelt – von knapp 13 Kilo auf 30 Kilo.

Ganz vorsichtig, als ob er der Freiheit noch nicht traut, robbt er ans Wasser. Er schaut etwas irritiert in alle Richtungen. Wie zum Abschied blickt er noch einmal zu Tanja Rosenberger. Dann gleitet er ins Nordseewasser und taucht ab.

Seehundstation Friedrichskoog. Tanja Rosenberger, Leiterin der Seehundstation Friedrichskoog, bei der Fütterung
Tierpflege-Azubi Joshua Comes macht das Abendessen für Stormy und seine Artgenossen. Es kommt dabei vor allem auf die Menge an
E-Mails können Robben retten

Die Allianz verschickt Jahr für Jahr Millionen Briefe an ihre Kunden. Jeder einzelne verursacht rechnerisch 28 Gramm Treibhausgase, eine Umweltbelastung, die sich reduzieren ließe. Zum Beispiel durch E-Mails: Die sind nicht nur schneller und günstiger, sondern auch deutlich umweltfreundlicher.

Würde jeder Kunde zustimmen, künftig bevorzugt E-Mails zu bekommen, ließen sich weit über 2000 Tonnen Treibhausgas im Jahr einsparen.

Um möglichst viele Kunden für die Aktion „E-Mail statt Brief“ zu gewinnen, hat die Allianz eine Spendenaktion gestartet. Für jeden Versicherten, der sich auf meine.allianz.de für „E-Mail statt Brief“ anmeldet, spendet die Allianz fünf Euro für ein Umweltprojekt.

Zur Wahl stehen 18 Projekte, die über Deutschland verteilt sind, sodass jeder eine Initiative in seiner Nähe finden kann. Seien es Haselmäuse auf Rügen, Wildbienen im Berchtesgadener Land oder eben Kegelrobben und Seehunde an der Nordsee. Die fünf Euro kommen den Projekten ohne Abzug zugute, denn alle Verwaltungskosten trägt die Allianz. Treibhausgasemissionen verringern und die heimische Natur unterstützen – das ist doppelt gut für die Umwelt.

Weitere Informationen unter allianz-umwelt.de sowie meine.allianz.de.

Dieser Artikel stammt aus der Ausgabe 1/2018 des Allianz Deutschland Kundenmagazins „1890“ zum Schwerpunktthema „Start“. Alle bisherigen „1890“-Ausgaben finden Sie in der Mediathek zum Download sowie als App für Apple-Geräte in itunes und für Android bei Google Play.

Bildquellen

  • Seehundstation Friedrichskoog: Patrick Lux