Endlich verständlich: die Berufsunfähigkeitsversicherung
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Ob Psyche, Herz oder Rücken: Wer wegen einer Erkrankung nicht mehr arbeiten kann, gerät schnell in finanzielle Not. Die Berufs­un­fähig­keits­versicherung schützt davor – doch nur 18 Prozent der Deutschen haben sie abgeschlossen

Das Grundprinzip

Statistisch gesehen wird jeder Vierte in Deutschland berufsunfähig, bevor er das Rentenalter erreicht hat. Das liegt zum großen Teil nicht an gefährlichen Hobbys oder riskanten Berufen. Sondern an psychischen Erkrankungen wie Burn-out oder Depression (siehe Grafik), die jeden treffen können. Wer berufsunfähig wird, dem entstehen meist finanzielle Engpässe – die gesetzliche Erwerbsminderungsrente bietet da keinen ausreichenden Schutz. Ihren bisherigen Lebensstandard können Betroffene häufig nur mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung aufrechterhalten.

Sinnvoll für …

… Arbeitnehmer: Jeder Berufstätige, der nicht kurz vor der Rente steht, sollte sich gegen eine Berufsunfähigkeit absichern.
… Studenten und Berufseinsteiger: Denn wer noch nicht fünf Jahre lang in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hat, hat keinen Anspruch auf Erwerbsminderungsrente.

Ein Beispiel aus dem Leben

Simon R. (28) arbeitet seit drei Jahren als Unternehmensberater im In- und Ausland. Das Arbeitspensum und die Erwartungshaltung seiner Vorgesetzten setzen ihm enorm zu, er leidet ­unter Angstzuständen und Schlaflosigkeit. Die Diagnose lautet Depression, verschiedene Therapien bleiben erfolglos. Simon R. kann nicht mehr als Berater arbeiten. Da er bereits als ­Student eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen hat, ist er finanziell abgesichert.

Ursachen für Berufsunfähigkeit. Unterschätztes Risiko: Vor allem psychische Erkrankungen machen Arbeitnehmer berufsunfähig

Unterschätztes Risiko: Vor allem psychische Erkrankungen machen Arbeitnehmer berufsunfähig

Was für den Abschluss nötig ist

Wer eine BU-Versicherung beantragt, muss in den allermeisten Fällen eine Gesund­heits­prüf­ung durchführen. Die in den An­ge­bots­systemen integrierte elektronische Risiko­prüfung (eRisp) führt Kunde und Vermittler dynamisch durch die Fragen. In rund drei Viertel aller Fälle erhalten Kunde und Vermittler auf diese Weise bereits im Beratungsgespräch ein verbindliches Risikovotum. Wer vorab einzelne Erkrankungen bewerten lassen möchte, kann den sogenannten Quick-Check nutzen. Im Übrigen: Mehr als neun von zehn Antragstellern erhalten BU-Schutz.

Die Kostenfrage

Je früher, desto günstiger: Ein 20-jähriger Einzelhandelskaufmann zum Beispiel, der sich bis zum 67. Lebensjahr mit einer monatlichen BU-Rente von 1000 Euro absichern möchte, kann mit einem Monatsbeitrag von 32,77 Euro für den Basis-Schutz einsteigen – vorausgesetzt, er hat keine risikorelevanten Vorerkrankungen oder gefährlichen Hobbys.

Extras und Gestaltungsspielraum

Neben dem Basis-Schutz gibt es zwei weitere ­Tarifoptionen. BU Plus leistet bereits bei prognostizierter sechsmonatiger Berufsunfähigkeit. In den meisten Fällen beinhaltet die BU Plus auch eine Leistung bei Krankschreibung, die unabhängig vom Vorliegen einer Berufsunfähigkeit bereits nach sechsmonatiger Krankschreibung zahlt. Und BU Plus mit Pflege enthält eine zusätzliche Pflegerente.

Wird häufig verwechselt mit …

… der Arbeitsunfähigkeitsversicherung. Diese unterstützt Patienten durch Krankentagegeld bei einem längeren Ausfall – etwa aufgrund ­eines gebrochenen Beins. Die Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt hingegen bei dauerhafter Krankheit, die eine Rückkehr in den bislang ausgeübten Beruf unmöglich macht.

Gut zu wissen

Fachbegriffe schnell erklärt

Leistungsquote Beziffert den Anteil bewilligter BU-Leistungen. Die Allianz kann hier mehr als 82 Prozent vorweisen. Zum Vergleich: In der gesetzlichen Rentenversicherung wird nur jedem zweiten Antrag auf ­Erwerbsminderung stattgegeben.

Dynamik-Option Wenn bei einer BU von einer Dynamik-Option die Rede ist (bei der Allianz heißt sie »Zuwachs«), geht es um die jährliche automatische Anpassung der Bei­träge um einen festgelegten Prozentsatz, damit die BU-Rente steigt.

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