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       (Quelle: istockphoto/NicolasMcComber)

      Allianz Studie 21. November 2017

      Millennials sind optimistisch - trotz düsterer Zukunfts-Erwartungen

      Text: Allianz SE | München, 20.11.17
      Foto: istockphoto/NicolasMcComber
      Künstliche Intelligenz, Robotik, zunehmende Komplexität: Millennials glauben, dass sie einen schwierigeren Stand im (Arbeits-) Leben haben als noch ihre Elterngeneration. Und dennoch sind viele der zwischen 1982 und 1999 Geborenen überzeugt: Alles wird gut. Oder zumindest besser.

      Millennials, oft auch als Generation Y bezeichnet, halten die heutige Welt für schwieriger und komplexer als die, in der ihre Eltern im selben Alter lebten und beurteilten die Karrierechancen ihrer Alterskohorte als düster. Sie stellen sich darauf ein, dass künstliche Intelligenz und Robotik ihren Arbeitsplatz gefährden und sowohl Beschäftigungsunsicherheit als auch Leistungsdruck zunehmen werden.

      Dennoch ergab eine neue, internationale Studie der Allianz, dass diese jungen Leute persönlich zuversichtlich bleiben. Ungefähr 90 Prozent der Millennials in den USA und in Indien gehen davon aus, dass sich ihr Leben in den nächsten fünf Jahren verbessert. In China, Deutschland und Großbritannien sind es jeweils 83 Prozent, 74 Prozent bzw. 71 Prozent.

      Erste Generation, die im digitalen Zeitalter aufgewachsen ist

      Für die Allianz Studie „Millennials: Work, Life and Satisfaction“ wurden 5.000 Berufstätige aus der Altersgruppe der zwischen 1982 und 1999 Geborenen (vgl. Fußnote 1) in den fünf Ländern Deutschland, Großbritannien und USA sowie China und Indien (2) zu ihren Einstellungen und Überzeugungen hinsichtlich Arbeit, Familie und Zukunft befragt. Was sich daraus ergibt, ist das Bild einer Generation, die ihre künftige Arbeitsplatzsituation als unsicher einschätzt und sich Stabilität und Sicherheit wünscht.

      „In Diskussionen über diese Altersgruppe wird unweigerlich angemerkt, dass es sich um die erste Generation handelt, die im digitalen Zeitalter aufgewachsen ist“, bemerkt Dominik Hahn, Global Head of People Attraction bei der Allianz. „Das impliziert, dass sie ‚anders‘ sind, aber die Technologie hat nicht auf magische Weise dazu geführt, sie von den Grundbedürfnissen und Wünschen aller Menschen zu befreien. Und genau das zeigt auch unsere Befragung ganz deutlich.“ Er fügt hinzu: „Was den Arbeitsplatz betrifft, haben sich die Gründe, warum Bewerber nach bestimmten Tätigkeiten oder Arbeitgebern Ausschau halten, seit den Anfängen der industriellen Revolution vor mehr als 230 Jahren nicht dramatisch geändert.“

      Sicherheit bewerten die Millennials höher als berufliche Freiheit

      Die Mehrheit der angestellten Millennials strebt traditionelle Karrierewege an. Lediglich 15 Prozent ziehen Jobhopping vor. 80 Prozent der Amerikaner, 75 Prozent der Inder und jeweils 70 Prozent der Chinesen, Deutschen und Briten dieser Altersgruppe bewerten Karrieresicherheit und -stabilität höher als die Veränderungen und Flexibilität der Gig-Economy. 

      Dass immer alles einfach ist im Leben, glauben die Millennials nicht. Ein Grund, den Kopf hängen zu lassen, ist das für die zwischen 1982 und 1999 Geborenen aber noch lange nicht.

      Foto: istockphoto/NicolasMcComber

      Dass immer alles einfach ist im Leben, glauben die Millennials nicht. Ein Grund, den Kopf hängen zu lassen, ist das für die zwischen 1982 und 1999 Geborenen aber noch lange nicht. (Quelle: istockphoto/NicolasMcComber)


      Insgesamt sind die Millennials mit ihrer aktuellen Tätigkeit zufrieden. Vier von fünf Angestellten dieser Alterskohorte in Indien und in den USA und ca. drei von vier in Deutschland und Großbritannien sind zumindest annähernd mit ihrem Job zufrieden. China bildet da eine Ausnahme, denn nur etwas mehr als einer von zwei Chinesen ist zumindest einigermaßen glücklich mit seiner Arbeit.

      War früher wirklich alles besser?

      Die Millennials sehnen sich die Bedingungen, unter denen ihre Eltern aufwuchsen, herbei. Fünfzig oder mehr Prozent in allen Ländern glauben, ihre Eltern wären in ihrem Alter glücklicher gewesen, wobei dieses Empfinden in China und Indien am stärksten ausgeprägt ist. Gleichzeitig waren mehr als 60 Prozent der Befragten in Indien, Großbritannien und den USA der Auffassung, ihren Eltern wäre es finanziell genauso gut oder besser gegangen.

      Auch betrachten die Millennials die Karriereaussichten ihrer Altersgruppe als negativ. Sie gehen davon aus, dass in Zukunft mehr Tätigkeiten von Maschinen übernommen werden (USA 78 Prozent, Deutschland 74 Prozent, Indien 74 Prozent, Kanada 72 Prozent und Großbritannien 68 Prozent) und dass sich die Zahl der Festanstellungen weiter verringert. Ungefähr 70 Prozent der Umfrageteilnehmer rechnen mit steigendem Leistungsdruck am Arbeitsplatz und zunehmend fordernden Tätigkeiten. 

      Trotz allem: Millennials sind posititiv gestimmt

      „Bemerkenswert ist dabei“, so Hahn, „dass die Millennials trotz der Hindernisse, die sie für ihre Generation erwarten, bezüglich ihrer eigenen Perspektiven weiterhin positiv gestimmt sind. Mehr als 80 Prozent gehen davon aus, dass sich ihr Leben in den nächsten fünf Jahren verbessert."

      „Wie diese Studie zeigt, haben die Millennials unabhängig von ihrer Herkunft ähnliche Karriereziele wie schon die Generationen vor ihnen. Wenn sie häufig die Stelle wechseln, dann meistens deshalb, weil die Umstände, nicht die Präferenzen sie dazu veranlassen. Sie reagieren damit lediglich auf die Veränderungen der Arbeitswelt", so Hahn.

      Mir gefällt's - da wo und wie ich bin. Ungefähr so drücken viele der in Deutschland befragten Millennials ihr Lebensgefühl aus. Mit beruflicher Mobilität oder neuen Rollenbilder tun sie sich schwerer als Gleichaltrige anderer Nationen.

      Foto: istockphoto/NicolasMcComber

      Mir gefällt's - da wo und wie ich bin. Ungefähr so drücken viel der in Deutschland befragten Millennials ihr Lebensgefühl aus. Im Umkehrschluss: Mit beruflicher Mobilität oder neuen Rollenbilder tun sie sich schwerer als Gleichaltrige anderer Nationen. (Quelle: istockphoto/NicolasMcComber)

      Befragte in Deutschland zeigen wenig Flexibilität

      Fast 32 Prozent der deutschen Befragten begrüßen die Freiheiten und die Flexibilität, die ihnen neue Karrierewege bieten. Es handelt sich dabei um die größte Gruppe in den Teilnehmerländern. Von allen Ländern ist hier die Bereitschaft, wegen eines Jobs ins Ausland zu ziehen, am geringsten, selbst wenn es sich günstig auf die Karriere auswirken würde (30 Prozent positiv). Die meisten ziehen es vor, sich in ihrem Heimatort niederzulassen.

      In Deutschland werden die Folgen von Telearbeit für das Privatleben am negativsten beurteilt (54 Prozent ungünstig) und die überwältigende Mehrheit lehnt Großraumbüros ab (76 Prozent negativ). Die Deutschen und insbesondere die Frauen zählen zu den Konservativsten in den westlichen Ländern, was das Befürworten alternativer Familienstrukturen betrifft. Mehr als eine von vier weiblichen Befragten in einer Beziehung zwischen Mann und Frau (26,7 Prozent) fand es inakzeptabel, wenn beide Partner Vollzeit arbeiten (USA 5,6 Prozent, Großbritannien 10,7 Prozent). Rollenvorbilder, bei denen der Mann den Haushalt übernimmt, gelten als absolut nicht vertretbar.

      Drei Viertel der jungen Deutschen mit ihrem Job zufrieden

      Über 78 Prozent haben den Eindruck, die Welt sei, verglichen mit der ihrer Eltern in jungen Jahren, komplexer geworden, der Druck am Arbeitsplatz habe zugenommen und die Arbeitsplatzsicherheit abgenommen. Dennoch sind die Deutschen dieser Generation anders als ihre befragten Altersgenossen in anderen Ländern der Meinung, sie seien eher bereit, gegen gesellschaftliche Regeln zu verstoßen und Risiken auf sich zu nehmen. 73,6 Prozent zeigten sich zufrieden oder extrem zufrieden mit ihrer derzeitigen Stelle.


      (1) Die Definition der Millennials wird hinsichtlich des Geburtsjahres unterschiedlich definiert. Dieser Bericht stützt sich auf die Definition, bei der diese Alterskohorte im letzten Jahrtausend geboren wurde, aber in diesem Jahrtausend das 18. Lebensjahr vollendet (1982-1999). 

      (2) Die befragten Chinesen und Inder waren vorwiegend gut gebildet und in Großstädten angesiedelt. Vor diesem Hintergrund können die Daten nicht als repräsentativ für die Millennials in diesen zwei Ländern im Allgemeinen betrachtet werden.


      Diese Pressemitteilung erschien erstmalig auf allianz.com. Mehr zum Thema auch hier.

      Kontakt

      Petra Brandes
      Allianz SE
      Tel: 089.3800-18797

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      Allianz Studie "Millennials: Work, Life and Satisfaction" (PDF)

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