Lieber gamen als toben
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Medienkonsum bei Kindern deutlich gestiegen / Weniger Bewegung: Verletzungsrisiko bei Kindern steigt / Kinder oft nicht so gut abgesichert wie von Eltern angenommen

Handy, Spielekonsole oder Computer: Die Freizeitaktivitäten der Kinder von heute unterscheiden sich deutlich von denen früherer Generationen – das finden laut einer repräsentativen Allianz Studie 42 Prozent der Eltern. Das Institut Dialego ermittelte bei 1.000 Müttern und Vätern mit Kindern im Alter von 0 bis 17 Jahren, wie sie den Alltag ihrer Kinder und die damit verbundenen Unfallgefahren einschätzen. Auf die Frage, was sich im Freizeitverhalten der Kinder im Vergleich zu früher verändert hat, nennen Eltern, dass ihre Kinder seltener in der Natur bzw. der Nachbarschaft unterwegs sind und öfter Unterhaltungselektronik nutzen. Gerade bei über 10-jährigen Kindern nimmt der Medienkonsum deutlich zu.
Weil der Nachwuchs weniger im Freien spielt als früher, gehen fast ein Fünftel der Eltern (18 Prozent) davon aus, dass das Unfallrisiko ihrer Kinder gesunken ist. Weitere 58 Prozent sind der Ansicht, dass es keine Veränderungen zu früher gibt. Doch eher das Gegenteil ist der Fall: Durch die mangelnde Bewegung schwinden die motorischen Fähigkeiten – was wiederum ein höheres Verletzungsrisiko zur Folge hat.
Das beobachtet auch Wolfgang Dremmler, Leiter Junior Team des FC Bayern München: “Es ist im Vergleich zu früher um einiges schwerer geworden Kinder mit einer gut ausgebildeten Motorik für unsere Nachwuchsmannschaften zu gewinnen. Auch die Zahl der Verletzungen bei unseren Spielern steigt. Dies könnte damit zusammenhängen, dass Kinder heute weniger im Freien spielen oder toben – dafür mehr vor dem Bildschirm sitzen und sich deshalb ihre Koordination verschlechtert.” Auch 25 Prozent der Eltern sehen im Sport in der Schule und im Verein eine hohe Unfallgefahr.

Fußball an der Konsole anstatt im Freien
Fußball wird häufig nur noch am Bildschirm gespielt. Foto: Fotolia/ Sergey Ryzhov

Nur gefühlt gut abgesichert

Sollte doch mal etwas Schlimmeres passieren, ist acht von zehn Eltern am wichtigsten (84 Prozent), dass ihr Kind eine lebenslange Rentenleistung erhält. Die Hälfte der Eltern gibt an, eine Unfallversicherung für ihr Kind abgeschlossen zu haben. Diese umfasst jedoch meist nur eine einmalige Kapitalauszahlung und keine monatliche Rente zur langfristigen Absicherung. Nur zwölf Prozent besitzen eine Kinderinvaliditätsversicherung, die nach schweren Krankheiten oder Unfällen eine lebenslange monatliche Rente zahlt.
“Ein möglicher Grund für diese unzureichende Absicherung ist, dass bei den meisten Eltern Unklarheit herrscht, welche Versicherung im Falle eines Unfalls welche Leistungen übernimmt”, sagt Frank Sommerfeld, Vorstand bei der Allianz Versicherungs-AG. So glaubt in der Umfrage ein Fünftel der Eltern (20 Prozent) irrtümlicherweise, dass die gesetzlichen Versicherungen Gehaltseinbußen bei längerer Krankheit ihrer Kinder in Folge eines Unfalls absichern. Weitere 12 Prozent der Eltern glauben, dass es eine einmalige Kapitalleistung bei einer Invalidität aus der gesetzlichen Versicherung gibt, was so nicht der Fall ist. Zudem glaubt fast ein Drittel der Eltern, dass diese Leistung auch nicht privat abgesichert werden kann.

Eltern wünschen mehr Aufklärung

Andererseits wünschen sich mehr als 50 Prozent der Eltern von Kleinkindern (0 bis 3 Jahre) mehr Informationen von unabhängigen Einrichtungen wie Krankenkassen, Ärzten und Kindergärten zur Absicherung ihres Kindes. Daher sagt auch Wolfgang Dremmler: “Die Aufklärung der Eltern über die Absicherung ihrer Kinder ist für uns ein großes Anliegen. Gerade weil natürlich beim Sport immer etwas passieren kann und Kontaktsportarten wie Fußball immer ein gewisses Verletzungsrisiko bergen.” Ist das Kind im Sportverein, ist die Mehrheit der Eltern (69 Prozent) davon überzeugt, dass die Versicherung des Vereins im Falle eines Unfalls ihres Kindes einspringt. Das stimmt jedoch nur zum Teil: Die Absicherung hängt von verschiedenen Faktoren ab und ist in der Regel nur als Grundversorgung nach einem Unfall gedacht. Eine optimale medizinische Versorgung und eine umfassende Absicherung bleibender Schäden bieten hingegen nur private Krankenzusatz- und Unfallversicherungen. “Um nach einem Sportunfall wieder zu 100 Prozent gesund und fit zu werden, ist die Behandlung durch Spezialisten und die anschließende Reha über einen längeren Zeitraum in einer anerkannten Einrichtung nicht nur für unsere Profis von großer Bedeutung, sondern gerade für alle Kinder in den Nachwuchsmannschaften, welche ihr ganzes Leben noch vor sich haben”, sagt Wolfgang Dremmler.

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Charlotte GerlingCharlotte Gerling
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