Investmentjahr 2020: zwischen Sorgen, Stagnation – und Chancen
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»Prognosen sind äußerst schwierig, vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen«, sagte einst ein schlauer Mensch. Neil Dwane, Global Strategist bei Allianz Global Investors, wagt es trotzdem und blickt auf das gerade angebrochene Investmentjahr 2020

Vor allem ist im Jahr 2020 mit einem Hin und Her zwischen Risikofreude und Risikoscheu zu rechnen – denn uns stehen ein schwaches Wirt­schafts­wachs­tum, niedrige Zinsen und erhöhte politische Unsicherheit bevor. Diese fünf Faktoren könnten sich auf Investments auswirken:

1.

Stagnierende Renditen In den vergangenen Jahren haben Nachrichten rund um Zinsen, Politik, Handel oder Klimawandel zu teils heftigen Marktschwankungen geführt. Darauf könnten die Märkte nun noch sensibler rea­gieren. Schließlich stehen Präsidentschaftswahlen in den USA an, es schwelen Handelskonflikte, und die Konjunkturdynamik der Weltwirtschaft ist spätzyklisch. Sollten sich die Indikatoren verbessern, würden die risikoreicheren Investments zunehmen (»Risk on«), während eine Verschlechterung eher zu mehr sicherheitsorientierten Investments führen dürfte (»Risk off«). Dies könnte zu niedrigen Renditen führen, weshalb eine aktive Vermögensverwaltung wichtiger wird. Ein Blick auf weniger beliebte Papiere wie europäische Aktien oder Schwellenlandanleihen und auch auf alternative Investments könnte sich lohnen.

2.

Nachhaltigkeit wird noch wichtiger Nachhaltige Investments sind nicht mehr nur ein Trend, sondern ein wesentliches Element des Portfoliomanagements. Sie werden sowohl für Vermögensverwalter als auch für Unternehmen und Anleger immer wichtiger.

3.

Der Wettbewerb zwischen den USA und China verschärft sich Die Rivalität zwischen den Supermächten könnte dazu führen, dass Unternehmen weltweit gezwungen sind, sich für eine Seite zu entscheiden. Dies könnte die Lieferketten globaler Konzerne beeinträchtigen. Sollte der Streit anhalten und China noch unabhängiger von westlicher Technologie werden, dann könnten die Märkte für den Westen innerhalb der nächsten fünf Jahre nicht mehr zugänglich sein. Dies ­würde Unternehmen massiv betreffen, die auf kostengünstige Produktion in China und anderen asiatischen Ländern angewiesen sind (wie etwa jene aus dem Silicon Valley).

4.

Die Sorgen um den Nachschub an Erdöl und Nahrungsmitteln wachsen Zuletzt waren die Ölpreise zwar relativ stabil, Spannungen in Nahost könnten jedoch auf das Angebot durchschlagen. Gleichzeitig wenden sich Anleger wegen des Klimawandels von fossilen Energien ab, wodurch der Branche weniger Kapital zur Verfügung stünde. Auch die Lebensmittelversorgung ist anfällig: sei es durch Handelskriege, extremes Wetter oder Tierseuchen.

5.

Mit Themeninvestments können Anleger die Veränderungen abbilden Anleger wollen immer mehr gemäß ihren Werten und Interessen investieren. Etwa in die künstliche Intelligenz oder den Umgang mit knappen Ressourcen. Das lässt sich mit Themeninvestments in Portfolios abbilden. So können Anleger an Unternehmen und Trends teilhaben, die die Welt von morgen prägen könnten. Und ­damit eine überdurchschnittliche Rendite erzielen.

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