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       (Quelle: istockphoto/bbstudio_aad)

      Allianz Umweltstiftung 18. November 2016

      Integration im grünen Bereich

      Text: Peter Wilde
      Foto: istockphoto/bbstudio_aad
      Welchen Beitrag die grünen Berufsfelder zur Integration Geflüchteter leisten können, zeigen aktuelle Projekte der Allianz Umweltstiftung in Ludwigsburg, Eberswalde und Berlin.

      Für Musa, Mohamed und Habib war es wohl ein gewöhnungsbedürftiger Termin, zu dem sie sich Anfang November im Sitzungssaal des Ludwigsburger Rathauses einfanden. Gemeinsam mit Oberbürgermeister Werner Spec und zahlreichen anderen Beteiligten stellten sie der Öffentlichkeit das von der Allianz Umweltstiftung unterstützte und von der Stiftung Mensch und Umwelt konzipierte Projekt "Geflüchtete in der Grünpflege" vor.

      Seit April 2016 sind beim Fachbereich Technische Dienste Ludwigsburg Geflüchtete in der Grünpflege aktiv. Aktuell nehmen sechs Männer aus Afghanistan und Algerien an dem Integrationsprojekt teil und erlernen dabei Fertigkeiten in der Grünpflege. Sie sind in den verschiedenen Bautrupps im Einsatz und erhalten dabei Tipps und Tricks zum Schneiden von Bäumen, Mähen von Wiesen, zur Pflege und Unterhaltung von Stauden und Gehölzen oder von Spiel- und Sportstätten.

      Berufliche Integration als wichtige Integrationsmaßnahme 

      Parallel zur praktischen Tätigkeit berät die Stadt die Geflüchteten zur beruflichen Integration und versucht, sie in ein Praktikum, eine Ausbildung oder den ersten Arbeitsmarkt zu vermitteln. Oberbürgermeister Werner Spec bedankte sich bei der Allianz Umweltstiftung für das Engagement in Ludwigsburg. Die Förderung in Höhe von 20.000 Euro habe das Projekt beziehungsweise die zusätzliche Betreuung und Koordination der Geflüchteten erst möglich gemacht. Durch die gute und erfolgreiche Zusammenarbeit aller Beteiligten sei ein Projekt entstanden, das zeige, wie Integration zu einer Chance gemacht werden könne, so der OB.

      Netzwerk für Geflüchtete: Habib, Musa und Mohamed mit ihrer Deutschlehrerin (vorne) und weiteren Beteiligten des Ludwigsburger Projektes "Geflüchtete in der Grünpflege".

      Foto: Allianz Umweltstiftung

      Netzwerk für Geflüchtete: Habib, Musa und Mohamed mit ihrer Deutschlehrerin (vorne) und weiteren Beteiligten des Ludwigsburger Projektes "Geflüchtete in der Grünpflege". (Quelle: Allianz Umweltstiftung)

      Dr. Lutz Spandau, Vorstand der Allianz Umweltstiftung, freute sich über das geglückte Flüchtlingsprojekt, das bereits das zweite Engagement der Stiftung in Ludwigsburg ist. 2014 hatte die Stadt den Deutschen Nachhaltigkeitspreis für Städte und Gemeinden und damit 35.000 Euro Preisgeld von der Allianz Umweltstiftung gewonnen. Das Preisgeld kam der Partnerstadt Kongoussi in Burkina Faso zugute und wurde für ein Projekt zum Schutz des Bam-Sees verwendet. "Als nun ein Partner für das Flüchtlingsprojekt gesucht wurde, haben wir uns an die gute Zusammenarbeit erinnert, den Kontakt hergestellt und in Ludwigsburg einen begeisterten Kooperationspartner gefunden," so Spandau.

      "Super zufrieden"

      Thomas Kaltwasser und Sascha Seidler, Leiter und stellvertretender Leiter der Grünpflege bei den Technischen Diensten Ludwigsburg, berichteten aus der täglichen Projektpraxis. Zunächst habe es zahlreiche Vorbehalte unter den Kollegen gegeben. Die Geflüchteten hätten sich aber durch Fleiß und Pünktlichkeit rasch Akzeptanz erarbeitet und mittlerweile sei man "super zufrieden" mit ihnen. "Die Kollegen reißen sich inzwischen um die Geflüchteten und wir sind froh, wenn wir die Jungs noch möglichst lange behalten können," so Seidler.

      Haben sich die Akzeptanz der Kollegen erarbeitet (v.l.n.r.): Habib und Musa aus Afghanistan und Mohamed aus Algerien.

      Foto: Allianz Umweltstiftung

      Haben sich die Akzeptanz der Kollegen erarbeitet (v.l.n.r.): Habib und Musa aus Afghanistan und Mohamed aus Algerien. (Quelle: Allianz Umweltstiftung)

      Das Ludwigsburger Projekt ist eines von insgesamt drei Projekten, mit denen die Allianz Umweltstiftung einen Beitrag zur Integration von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt leistet. In Ludwigsburg liegt der Schwerpunkt der Flüchtlingsarbeit auf der Grünpflege. An den Standorten Eberswalde und Berlin-Lichtenberg stehen Arbeiten im Bereich der Forstwirtschaft und der Biotoppflege im Vordergrund.

      Über das Projekt "Geflüchtete in der Grünpflege"

      Das Ludwigsburger Projekt wurde von der Allianz Umweltstiftung gemeinsam mit der Stiftung Mensch und Umwelt konzipiert. Cornelis Hemmer von der Stiftung Mensch und Umwelt begleitet und betreut die Flüchtlingsprojekte der Allianz Umweltstiftung in Berlin und Ludwigsburg und hat einen guten Einblick in den Alltag der Integrationspraxis gewonnen. Seine wichtigste Erkenntnis: "Sprache ist der Schlüssel zum Erfolg!" Deshalb, so Hemmer, erhielten die Geflüchteten des Ludwigsburger Projektes wie auch die Beteiligten in Berlin und Eberswalde zusätzlich zur praktischen Tätigkeit intensiven Deutschunterricht.


      Dieser Beitrag stammt von der Website der Allianz Umweltstiftung - dort sind auch weitere Details zu diesem und anderen Projekten zu finden.