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       (Quelle: Amazon)

      28. November 2017

      Immer neue Möglichkeiten

      Text: Saskia Trucks
      Foto: Amazon
      Als plötzlich alle von Amazons Alexa sprechen, steht für Andreas Brandl fest: „Da muss die Allianz auch mitmachen“. Mit einem Kollegen zusammen programmiert er eine Anwendung für Amazons digitale Sprachassistentin. Mittlerweile gibt es die dritte Version des Skills. Und die kann schon so einiges

      Herr Brandl, wie kam es dazu, dass Sie sich für die Allianz mit Alexa beschäftigt hast?

      Nachdem unser CIO bei einem Vortrag so begeistert von seinem Besuch im Silicon Valley erzählt hatte, wollte ich unbedingt selbst etwas in die Richtung machen. Anfang des Jahres fing der Alexa-Hype gerade an und ich fand es wichtig, dass wir als Marktführer gleich zu Beginn dabei sind. Also haben wir losgelegt und waren final eine der ersten Versicherungen in Deutschland, die einen Skill im Alexa Skill Store hatte.

      Wie haben Sie das Projekt „Alexa“ mit deiner alltäglichen Arbeit vereinbart?

      Zu dem Zeitpunkt, als alles anfing, hatten wir noch etwas Luft. Also haben wir es einfach zusätzlich gemacht. Wenn man ein Projekt mit Leidenschaft macht, dann geht das.

      Was ist das Besondere an so einem Projekt?

      Alles ist Neuland. Es gibt niemanden, der dir sagt, was du tun musst oder wie du etwas umsetzen sollst. Alles kann ausprobiert werden. Eine meiner ersten Textpersonen war zum Beispiel mein Sohn. Ich habe ihm gesagt „Frag Alexa mal was“ und so haben Christopher Tent, der Entwickler, der den Grundstein für den Skill programmiert hat, und ich gelernt, wie man am besten fragt und antwortet. Durch dieses Ausprobieren sind wir dann auch immer auf neue Konstellationen und Ideen gekommen.

      Andreas Brandl entwickelte für die Allianz einen eigenen Alexa Skill

      Foto: Allianz

       (Quelle: Allianz)

      Was kann der Alexa Skill denn alles?

      Die erste Version des Skills hat unsere Kunden bei der Schadenmeldung und der Vertretersuche unterstützt. Außerdem enthielt die Anwendung einen kleinen Glossar für Versicherungsbegriffe und konnte die Reisekrankenversicherung kalkulieren. Mit der zweiten Version konnte jeder Nutzer dann ausrechnen lassen, wie viel die MeinHaushalt Versicherung für ihn kostet. Alexa hat gefragt, wie groß die Wohnung des Kunden ist, mit wie vielen Personen er zusammenlebt, ob er sein Fahrrad mitversichern möchte und so weiter. Dann hat sie ihm den Preis für die Versicherung genannt.

      Seit Kurzem gibt es die neue Version des Skills. Was kann die Version mehr?

      Es gab schon von Beginn an die Möglichkeiten dem Anwender „Visitenkarten“ mit Kontaktdaten in seiner Alexa-App auf dem Handy anzuzeigen. Diese sind aber rein statisch, also ohne jegliche Interaktion. Jetzt haben wir jetzt eine Möglichkeit gefunden, dem Kunden E-Mails zu schreiben. Das ist ein großer Schritt für uns, weil wir bisher keine Möglichkeit hatten, über Alexa mit dem Kunden direkt in Kontakt zu treten.

      Und was hat der Kunde davon?

      Nehmen wir das Beispiel Schadenmeldung: Möchte ein Kunde einen Schaden melden, fragt Alexa jetzt: „Wie möchtest du den Schaden melden? Online oder per E-Mail?“ Antwortet der Kunde dann, dass er es online erledigen möchte, bekommt er einen Link zugeschickt. Der führt ihn genau da hin, wo er hin möchte – auf die Allianz Schadenmeldungsseite.

      Auf die E-Mail-Adressen von Kunden zugreifen. Gibt es da keine Datenschutz-Probleme?

      Der Kunde muss uns zunächst die Erlaubnis, dass wir ihm eine E-Mail schicken dürfen in der Alexa-App geben. Gleiches gilt auch für die Freigabe zum Standort des Geräts, auf dem Alexa läuft. Diesen benutzen wir zum Beispiel bei der Vertretersuche. Wir selbst speichern die E-Mail-Adresse des Kunden nicht ab. Jeder Amazon-Kunde hat eine eindeutige Amazon-ID. Wenn wir also eine E-Mail an unseren Kunden schicken wollen, nutzen wir den Service von Amazon, der zur Amazon-ID die E-Mail-Adresse des Nutzers liefert, sofern dieser die Erlaubnis erteilt hat. Erst dann können wir die E-Mail verschicken.

      Was bringen der Allianz diese Neuerungen?

      Dadurch, dass wir mit dem Kunden in direkten Kontakt treten können, haben wir die Weichen für viele andere Ideen gestellt, die ich gerne in Zukunft umsetzen möchte.

      Zum Beispiel?

      Wenn ein Kunde sich heute mithilfe von Alexa über z.B. MeinHaushalt informiert, enden wir mit dem Preis und der Aussage „Wenn du weiteres Interesse hast, wende dich an deinen Vertreter, oder willst du einen Rückruf?“ Ich kann mir vorstellen, dass wir künftig die Daten nutzen, die der Anwender eingesprochen hat. So können wir ihm nach dem Gespräch mit Alexa eine E-Mail mit dem Link zur entsprechenden Antragstrecke schicken, wo all seine Daten bereits hinterlegt sind. Mit nur wenigen Klicks kann der Kunde dann seine Versicherung abschließen. Auch wäre es denkbar hier direkt seinen bevorzugten Vertreter mitzuschicken. Mit jeder Version kommen neue Ideen und Möglichkeiten. Ich freue mich schon auf die Zukunft und was uns Alexa noch für Möglichkeiten bringen wird.