Suchen
      • Suchen
       (Quelle: istockphoto/AleksandarNakic)

      1890 "Kinder" 10. Juli 2017

      Hoch soll’n sie leben

      Text: Charlotte Gerling
      Foto: istockphoto/AleksandarNakic
      Auf einer Kindergeburtstags-Party kann so einiges passieren. Vier Situationen, in denen Eltern gute Nerven brauchen - und die richtige Haftpflicht-, Unfall- oder Hausratversicherung

      1. Malheur

      Weil es regnet, fallen die geplante Schatzsuche und das Sackhüpfen im Garten aus. Trotz des schlechten Wetters bleibt die Stimmung heiter. Das Geburtstagskind und seine Kindergartenfreunde sind in Partylaune – es wird unübersichtlich im Wohnzimmer. Um die Lage ein wenig zu beruhigen, verteilen die Eltern Filzstifte und Papier an die Fünfjährigen. Der Plan scheint aufzugehen. Es kehrt Stille ein. Verdächtige Stille.

      Bei genauerem Hinsehen stellt sich heraus, dass zwei der kleinen Gäste hoch konzentriert das neue Stoffsofa bearbeitet haben: Das Muster auf dem vormals weißen Möbel erinnert an die Aufzeichnungen eines Seismografen, allerdings mit bunten Linien und ganz ohne Erdbeben. Wer bezahlt den neuen Bezug?

      Wer eine Allianz Hausratversicherung mit dem Tarif SicherheitBest abgeschlossen hat, muss sich um den Schaden keine Gedanken machen. Über die Allgefahrendeckung Zuhause sind auch Beschädigungen, die durch Personen egal welchen Alters verursacht wurden, bis zu einer Gesamtsumme von 5000 Euro abgedeckt.

      Die Privat-Haftpflichtversicherungen der Eltern der Künstler können dagegen nicht in Anspruch genommen werden: Zum einen sind Kinder unter sieben Jahren im juristischen Sinn nicht verantwortlich für die Schäden, die sie herbeiführen. Zum anderen hatten die gastgebenden Eltern die Aufsichtspflicht, und der angerichtete Schaden ist somit ein Eigenschaden, den eine Haftpflichtversicherung nicht ersetzt.

      "Wie viele Kinder passen eigentlich auf'sTrampolin, Schatz?" Sobald das Geburtstagskind die Runde eröffnet hat, wollen alle mithüpfen - Unfälle sind da fast vorprogrammiert.

      Foto: istockphoto/FluxFactory

      "Wie viele Kinder passen eigentlich auf'sTrampolin, Schatz?" Sobald das Geburtstagskind die Runde eröffnet hat, wollen alle mithüpfen - Unfälle sind da fast vorprogrammiert. (Quelle: istockphoto/FluxFactory)

      2. Bruchlandung

      Nach dem Geburtstagskuchen toben die Kinder im Garten und hüpfen auf dem Trampolin. Ein Kind fällt dabei sehr unglücklich und muss ins Krankenhaus. Oder ein ähnliches Szenario: Zur Feier des Tages gehen die Kinder ins Schwimmbad, die Eltern des Partyausrichters begleiten die Kleinen. Trotzdem rutscht eines der Kinder aus und fällt am Beckenrand auf die Nase. Wer haftet? Wer hilft, falls der Unfall Folgen hat?

      Ob zu Hause oder unterwegs: Wenn die Eltern die Aufsichtspflicht über Kinder ausüben – egal, ob es dabei die eigenen sind oder fremde – und ein Schaden passiert, springt die Privat-Haftpflichtversicherung für sie ein. Wenn Eltern die Aufsichtspflicht erfüllt haben, müssen sie nicht haften und die Privat-Haftpflichtversicherung übernimmt die Abwehr unberechtigter Ansprüche.

      Sollten sie einmal nicht gut genug aufpassen, springt ihre Privat-Haftpflichtversicherung trotzdem für sie ein und begleicht den entstandenen
      Schaden. Das wäre auch der Fall, wenn die Eltern sich mit der Anzahl der anwesenden Kinder übernommen und es versäumt haben, sich um weitere
      Aufsichtspersonen zu kümmern. Wichtig für den Pechvogel und seine Eltern: Besteht eine private Unfallversicherung für das Kind, leistet diese ungeachtet der Haftungsfrage – auch zusätzlich zu eventuellen Leistungen aus der Haftpflichtversicherung der Gastgeber.

      3. Kollisionskurs

      Bei einer Schnitzeljagd durch die Nachbarschaft rast ein zehnjähriger Gast auf dem Roller voraus – und kollidiert mit einem auf der Straße geparkten Auto. Wer übernimmt die Reparaturkosten? Wenn sich Kinder im Straßenverkehr bewegen, gelten besondere Regeln. Sind sie unter zehn
      Jahre alt, haften sie nicht bei Unfällen in fließendem Verkehr oder bei ungewöhnlichen Situationen, wie etwa bei schräg über dem Bürgersteig geparkten Autos.

      Im beschriebenen Fall kann der kleine Flitzer aber haftbar gemacht werden. Ist das Kind über seine Eltern in der Haftpflichtversicherung eingeschlossen, übernimmt diese die Kosten. Muss das Kind nicht haften, kann sich der Fahrzeughalter nur an die Vollkaskoversicherung seines Autos wenden.

      Volle Geschwindigkeit voraus: Bei der Haftungsfrage ist das Alter des Kindes ausschlaggebend - unter Zehnjährige haften nicht bei Unfällen in fließendem Verkehr.

      Foto: istockphoto/bogdankosanovic

      Volle Geschwindigkeit voraus: Bei der Haftungsfrage ist das Alter des Kindes ausschlaggebend - unter Zehnjährige haften nicht bei Unfällen in fließendem Verkehr. (Quelle: istockphoto/bogdankosanovic)

      4. Crashtest

      Eine Gruppe Zwölfjähriger wird ins Kino eingeladen. Als die Rabauken aus dem Bus aussteigen, rennt einer von ihnen los, ohne den Verkehr zu beachten. Es kommt zu einem Unfall. Sind die Begleitpersonen schuld? Haben die erwachsenen Begleiter die Kinder ausreichend sensibilisiert?

      Zwei schwierige Fragen, die vielleicht erst vor Gericht geklärt werden können. Die Privat-Haftpflichtversicherung hilft aber auch hier weiter: Sie leistet in so einem Fall passiven Rechtsschutz, um eventuell unberechtigte Ansprüche abzuwehren. Müssen die gastgebenden Eltern für den Schaden einstehen, wird der Schaden übernommen.


      Dieser Beitrag stammt aus der Ausgabe3/2017 des Allianz Deutschland Kundenmagazins "1890" zum Schwerpunktthema "Kinder". Alle bisherigen "1890"-Ausgaben finden Sie in der Mediathek zum Download sowie als App für Apple-Geräte in itunes und für Android bei Google Play.