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       (Quelle: fotolia / erwinf)

      Engagement 10. Juli 2015

      Handys retten Gorillas

      Text: Sophia Oßwald
      Foto: fotolia / erwinf
      Allianz Mitarbeiter sammeln über 7000 alte Mobiltelefone – mit dem Erlös werden Berggorillas in Afrika unterstützt. Ideengeber für diese Aktion war die Zoologische Gesellschaft Frankfurt (ZGF).  

      Berggorillas sind massiv vom Aussterben bedroht: Nur noch 800 der majestätischen Tiere leben weltweit, die Hälfte davon im kongolesischen Naturschutzgebiet Virunga. Der Nationalpark ist allerdings nicht nur für seinen Artenreichtum bekannt, sondern auch für wertvolle Rohstoff-Vorkommen. Aus dem Roherz Coltan wird das äußerst hitze- und korrosionsbeständige Metall Tantal gewonnen, das überall dort zum Einsatz kommt, wo auf kleinstem Raum hohe Temperaturen erzeugt werden: In Laptops, MP3-Playern und vor allem Mobiltelefonen und Smartphones. Gewonnen wird das begehrte Erz oft in illegalem Raubbau – natürlich ohne Rücksicht auf die Tierwelt.

      Elektroschrott oder Wertstoff? In Mobilfunkgeräten stecken Materialien, die hervorragend recycelt werden können - statt der Natur abgerungen zu werden.

      Foto: Martin Leissl

       (Quelle: Martin Leissl)

      Die Zoologische Gesellschaft Frankfurt (ZGF) möchte den Gorillas wenigstens ein kleines Stück von den auf ihrem Rücken erwirtschafteten Gewinnen zurückgeben. Bereits 2009 hat sie das Projekt „Handys für Gorillas“ ins Leben gerufen und im Frankfurter Zoo Sammelboxen für gebrauchte Handys aufgestellt. Diese Idee hat auch die Allianz überzeugt: Mitarbeiter an den deutschen Unternehmensstandorten haben über den Sommer hinweg alte Mobiltelefone gesammelt – über 7000 Stück kamen zusammen und wurden jetzt an die ZGF übergeben.

      Michael Kauer, Naturschutzbotschafter bei der ZGF und Leiter des Projekts „Handys für Gorillas“, erklärt im Interview mit allianzdeutschland.de, was mit den Handys geschieht.

      Herr Kauer, die Allianz Mitarbeiter haben 7000 Mobilfunkgeräte zu Gunsten der bedrohten Menschenaffen abgegeben - wie geht es weiter?


      Die gesammelten Geräte werden in ihre Bestandteile zerlegt und wiederverwertet. Die recycelten Materialien stehen dann als wertvoller Werkstoff für die Produktion neuer Geräte zur Verfügung. So müssen weniger Rohstoffe abgebaut werden und wertvoller Lebensraum bleibt erhalten. Darüber hinaus erhält die Zoologische Gesellschaft Frankfurt für jedes eingesammelte Handy von ihrem Recyclingpartner Teqcycle mindestens 50 Cent.

      Was passiert mit dem Geld?


      Der Erlös fließt zu 100 Prozent in unser Gorillaschutzprojekt. Davon werden Ranger ausgebildet und bezahlt und die Ranger-Stationen im Park instand gehalten. Im Jahr 2015 unterstützt die ZGF den Aufbau eines Funknetzes im Nationalparkgebiet. Dieses Funknetz ist besonders wichtig, um im Gebiet des Nationalparks Kontakt zu den einzelnen Ranger auf ihren Patrouille halten zu können. 

      Suchbild: Wo hat sich der Gorilla versteckt? Michael Kauer (2.v.l.) mit Vertretern von Allianz und ZGF im Frankfurter Zoo.

      Foto: Martin Leissl

       (Quelle: Martin Leissl)

      Was kostet das - in Handys umgerechnet?


      Um eine Ranger-Station inklusive eines ausgebildeten Rangers zu finanzieren, benötigen wir im Monat etwas mehr als 300 Euro. Bei 7000 Geräten gehe ich von einem Ertrag von etwa 4500 Euro aus. Das ist ein fantastischer Erfolg! Zum Vergleich: Über die Sammelboxen im Frankfurter Zoo haben wir in zwei Jahren 8000 Euro erlöst.
      Das heißt also, die Rangerstation kann nun ein gutes Jahr lang finanziert werden. Sind die Tiere damit erst einmal in Sicherheit, oder?
      Die Lage ist nach wie vor sehr kritisch: Im Naturschutzgebiet liegen wertvolle Erdölvorkommen – die gemäß internationaler Richtlinien nicht ausgebeutet werden dürfen. Die kongolesische Regierung will dieses Verbot allerdings durch einen Trick umgehen und die Grenzen des Parks so verändern, dass die Erdölvorkommen außerhalb des Schutzgebiets liegen.


      Ein Desaster für die Tiere…


      Und für die Menschen! Immer wieder finden Flüchtlinge Zuflucht im Gebiet des Nationalparks, mittlerweile gibt es sogar kleine Siedlungen mit Schulen und Krankenstationen. Wenn der Nationalpark erhalten bleibt und nachhaltig bewirtschaftet wird, bedeutet das neue Arbeitsplätze und Perspektiven für die Bevölkerung.

      Wir kämpfen weiter für den Lebensraum der Gorillas – unter anderem mit der Handy-Aktion. 106 Millionen gebrauchte, nicht mehr genutzte Mobiltelefone sollen alleine in Deutschland noch in Schubladen schlummern!

      7000 Handys haben Allianz Mitarbeiter aus ganz Deutschland für die Gorilla-Aktion gesammelt - jetzt wurden sie von Unternehmensvertretern an die Zoologische Gesellschaft Frankfurt übergeben.

      Foto: Martin Leissl

       (Quelle: Martin Leissl)

      Weitere Informationen zum Projekt finden Sie auf der Website der ZGF.


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