Endlich verständlich: die Elementarversicherung
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Extreme Unwetter nehmen zu und können immensen ­Schaden anrichten: Keller laufen voll, Dächer werden abgedeckt. Wer eine Elementarversicherung hat, bleibt nicht auf den Kosten sitzen

Das Grundprinzip

Starkregen, Erdrutsch, Schnee: Wenn Natur­gewalten wüten, kann das für Hausbesitzer existenz­bedrohend werden. Und auch Mieter können durch sogenannte Elementargefahren wie Überschwemmung oder Erdrutsch ihr Hab und Gut verlieren. Die Elementarversicherung kommt für solche Schäden auf.

Sinnvoll für …

… Hausbesitzer. Als »Vollkaskoversicherung« für die eigenen vier Wände bietet die Elementar-Police einen umfassenden Schutz, der über die Wohngebäudeversicherung hinausgeht.
… Mieter. Ohne Elementar-Baustein sind Möbel, Elektrogeräte und sonstiger
Hausrat bei Hochwasser nicht versichert.

Versicherungskunde Elementarversicherung
Bislang sind erst 41 Prozent der Gebäude in Deutschland gegen Elementar­gefahren versichert.

Ein Beispiel aus dem Leben

Familie R. lebt in einer Wuppertaler Mietwohnung im Erdgeschoss. Ende Mai 2018 regnet es heftig: bis zu 100 Liter Regen pro Quadratmeter – das ist normaler­weise die Menge, die im Laufe eines Monats fällt. Schnell steht das Wasser bis zu den Knien. Ein De­sas­ter: Die komplette Kellerausstattung ist kaputt, das Parkett in der Wohnung zerstört. Weil Familie R. eine Hausrat­versicherung mit dem Baustein ElementarPlus hat, kommt die Allianz für die finanziellen Verluste in Höhe von mehreren Tausend Euro auf.

Versicherungskunde Elementarversicherung
Während in Bremen lediglich 19 Prozent der Gebäude vor Stark­regen und Co. geschützt sind, trifft das in Baden-Württemberg auf 94 Prozent zu. Grund: Bis 1993 war eine Elemen­tar-Police dort Pflicht.

Was für den Abschluss nötig ist

Die Elementarversicherung ist keine eigenständige Police. Kunden können sie nur als Zusatzbaustein der Wohngebäude- und Hausratversicherung abschließen. Bei über 99 Prozent der Gebäude in Deutschland ist das problemlos möglich. Die übrigen, besonders gefährdeten Häuser sind fast alle nach individuellen Schutzmaßnahmen versicherbar. Die Wartezeit beträgt 14 Tage.

Die Kostenfrage

Der Beitrag für die Elementarversicherung hängt unter anderem von der Wohnfläche, der Region und der Versicherungssumme ab. Ein Beispiel: Familie K. möchte im Rahmen der Wohngebäudeversicherung ihr Haus mit 130 Quadratmeter Wohnfläche gegen Elemen­tar­gefahren versichern lassen. Da sich die ­Immobilie in einer Region mit geringster Gefährdungsklasse befindet (siehe Kasten unten), zahlt Familie K. bei 500 Euro Selbstbehalt jährlich 73,64 Euro.

Extras und Gestaltungsspielraum

Die Elementar-Police schützt vor Hochwasser, Starkregen, Schneedruck, Lawinen, Erdrutsch und Erdbeben. Als Ergänzung zur Wohngebäudeversicherung trägt sie die Kosten für Schäden am Gebäude. Der Baustein ElementarPlus der Hausratversicherung kommt hingegen für beschädigtes Inventar auf.

Gut zu wissen

Bei einer Naturkatastrophe springt doch der Bund mit Soforthilfen ein? Nicht unbedingt. Ohne Elementarversicherung können Bürger nicht auf staatliche Unterstützung hoffen. ­Beispiel Bayern: Ab Juli 2019 wird es vom Freistaat keine Soforthilfe mehr geben, wenn die Schäden versicherbar waren. Nähere Informationen ­finden Sie online im Themenschwerpunkt »Stadt.Land.unter.« auf gdv.de.

Gut zu wissen

Fachbegriffe schnell erklärt

Gefährdungsklasse Das Zonierungssystem für Überschwemmung, Rückstau und Starkregen (ZÜRS) stuft die Regionen in Deutschland in vier Gefährdungsklassen (GK) ein. In GK 1 – der Zone mit der geringsten Gefährdung – liegen 91 Prozent der erfassten Adressen, in GK 4 sind es nur 0,6 Prozent.

Hochwasser Nur gefährlich für Menschen, die am Fluss leben? Ein Trugschluss: Hochwasser durch sintflutartigen Regen kann ganz Deutschland treffen. Laut Experten des Deutschen Wetterdienstes haben Starkregenfälle in den vergangenen Jahrzehnten deutlich zugenommen.

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