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      Spielerinnen des FC Bayern München (Quelle: Daniel Delang)

      Nachwuchs 24. April 2015

      Bolzplatz und Büro: Eine runde Sache

      Text: Anna Hieger
      Foto: Daniel Delang
      Wie geht’s weiter nach der Fußballkarriere? Melanie Leupolz, Lena Lotzen und Katja Schroffenegger lernen in der Allianz ein neues Spielfeld kennen: das Büro.

      "Rangehen! Aggressiver! Ja, genau so!", ruft Trainer Tomas Wörle über den Platz. Fünf Minuten vor sechs, es ist schon dunkel und es regnet seit Stunden. Auf dem Fußballplatz in Aschheim stehen 16 junge Frauen und drei Männer, eingepackt in rote Regenjacken und Handschuhe. Im Flutlicht zeichnen sich Atemwölkchen ab. Die Stollenschuhe graben sich schmatzend in den durchweichten Rasen. Frau gegen Frau mit Zug aufs Tor – Ziel ist es, Katja Schroffenegger zu überwinden. Mit einer Hand am Pfosten konzentriert sich die 22-jährige Torfrau auf den Ball, schätzt die Flugbahn ab und entscheidet sich innerhalb von Sekundenbruchteilen: Abspringen, Arme hochreißen und den Ball seitlich am Tor vobeifausten. Sie landet in einer Pfütze, der Schlamm spritzt, sie lächelt. "Wenn man so lange verletzt war wie ich, ist es selbst bei so einem Wetter toll, wieder auf dem Platz zu stehen", sagt Schroffenegger.

      Katja Schroffenegger, Melanie Leupolz und Lena Lotzen trainieren hier fünfmal in der Woche. Ihr Beruf ist es, beim FC Bayern München Fußball zu spielen. Derzeit belegen sie Platz zwei in der Allianz Frauenfußball-Bundesliga und spielen alle drei für ihr Land in der Nationalmannschaft. Wenn sie nicht trainieren, studieren sie und bereiten sich auf ein Leben nach dem Profifußball vor; diese drei zum Beispiel mit einem Praktikum bei der Allianz Deutschland.

      Im Training: Katja Schroffenegger im Tor

      Foto: Daniel Delang

      Katja Schroffenegger im Tor (Quelle: Daniel Delang)

      Zurück auf dem Platz. Leupolz bekommt den Ball, nimmt Tempo auf und spielt erst eine, dann die zweite Verteidigerin aus. "Wie beim Spiel gegen Freiburg", sagt ein Zaungast, den selbst der Dauerregen nicht von der Seitenlinie vertreibt. "Da hat die Melanie eine Pirouette gedreht und die andere Spielerin voll aussteigen lassen." Nicht nur er verfolgt das Training der FC-Bayern-Frauen. Mit einer Dose Energydrink in der Hand und der Kapuze tief im Gesicht stehen vier junge Männer am Platz. Genügsam harren sie in der Kälte aus und fachsimpeln über einzelne Spielzüge.

      Praktika für drei Powerfrauen

      Lena Lotzen verbringt derzeit mit einer Reha den Großteil ihrer Zeit. Die 21-jährige zog sich im August einen Kreuzbandriss zu und fällt seitdem aus. Für den FC Bayern München hat sie bisher in 66 Spielen 22 Tore geschossen, ihre Zwangspause nutzt sie für ein Praktikum. Sechs Monate lang arbeitet sie im Allianz Fachbereich für Werbung und Sponsoring. Gemeinsam mit Melanie Leupolz organisiert sie Gewinnspiele rund um die Frauen-Fußballbundesliga, ruft die glücklichen Gewinner von Tickets an und signiert Trikots.

      Büro statt Rasen: Lena Lotsen, Melanie Leupolz und Katja Schroffenegger (v. l. n. r.) bei der Allianz


      Foto: Daniel Delang

      Büro statt Rasen (Quelle: Daniel Delang)

      Auch Katja Schroffenegger fiel wegen eines Kreuzbandrisses im Sommer 2013 lange aus. Die Südtirolerin hat sich während der Reha auf ihr Studium der Kommunikationswissenschaft konzentriert und bei der Allianz Deutschland als Werkstudentin begonnen. Hier unterstützt sie vor allem das Kundenmagazin »1890«, schreibt Facebook-Posts, organisiert den Heftversand und hilft bei der Marktforschung. "Fußball spielen will ich, solange es geht. Aber wenn die Zeit vorbei ist, möchte ich etwas Sinnvolles machen", sagt Schroffenegger. "Ich kann ja nicht mit 35 zu Hause sitzen und mich langweilen." Für Melanie Leupolz fängt das Studentenleben gerade erst an. Die 20-jährige Mittelfeldspielerin ist seit dieser Saison bei den Bayern unter Vertrag, davor spielte sie beim SC Freiburg. "Ich bin froh, dass ich mir meine Zeit jetzt selbst einteilen kann", sagt Leupolz.

      "Es war viel schwieriger, Schule und Fußball unter einen Hut zu bekommen."

      Schon mit 16 Jahren zog sie dem Fußball zuliebe vom Allgäu nach Freiburg. Bereut hat sie das nicht. "Viele können das nicht verstehen, meinen Ehrgeiz. Aber wenn man wie ich von klein auf daran gewohnt ist, dann fehlt einem der Wettkampf sehr schnell."

      Auf dem Platz haben die drei jungen Frauen bereits einiges erreicht: Schroffenegger ist Nationaltorhüterin von Italien und wurde 2008 Europameisterin mit der U19. Lena Lotzen holte mit den Bayern 2012 den DFB-Pokal und gewann 2013 mit Melanie Leupolz und der deutschen Nationalelf die Europameisterschaft. Im Gegensatz zu den meisten männlichen Kollegen müssen sich Katja, Melanie und Lena trotz dieser Erfolge Gedanken über ein Erwerbsleben nach dem Fußball machen. Ungerecht finden sie das aber nicht. "Mit den Männern darf man sich nicht vergleichen. Ich bin froh, dass ich momentan vom Fußball leben kann", sagt Schroffenegger. 

      "Bei uns ist eben alles etwas kleiner, aber nicht schlechter."

      "Mein Traumjob wäre Sportjournalistin", sagt sie. "Aber ein Praktikum bei einer Tageszeitung, das geht jetzt einfach nicht. Ich kann nicht jeden Tag acht Stunden in einer Redaktion sitzen. Ich habe schließlich schon einen Job: Fußballerin." Die Allianz ist ihr in dieser Hinsicht sehr entgegengekommen, erzählt sie. Dreizehn Stunden in der Woche, verteilt auf zwei Tage, arbeitet Katja für die Unternehmenskommunikation der Allianz in Unterföhring. Dass sie ihre Arbeitszeit flexibel einteilen kann, hält sie nicht für selbstverständlich. "Wenn ich zwei Wochen mit der Nationalmannschaft im Trainingslager bin und nicht kommen kann, ist das kein Problem. Wir finden gemeinsam eine Lösung, wie ich meine Stunden trotzdem zusammenbekomme", so Schroffenegger.

      Diese Flexibilität schätzen auch Melanie Leupolz und Lena Lotzen. "Die Allianz ist für ein Praktikum eine super Adresse. Als Sponsoringpartner weiß das Unternehmen, dass wir als Profisportler unter anderen Bedingungen arbeiten müssen", sagt Leupolz. Bei der Allianz lernen die drei Fußballerinnen einen anderen Alltag kennen. Lena Lotzen und Melanie Leupolz sind auch bei der Allianz nah dran am Sport. Im Dezember haben sie den Besuch von Manuel Neuer am Standort Unterföhring mit vorbereitet und dafür gesorgt, dass er möglichst viele Trikots, Bälle und Autogrammkarten signiert.

      Auch in ihrem Praktikum lässt Melanie Leupold (o.) der Fußball nicht los - Autogramme für Kollegen (u.) inklusive


      Foto: Daniel Delang

      Melanie Leupolz im Büro (Quelle: Daniel Delang)

      Karriere bei der Allianz: Denksport statt Beinakrobatik

      Katja Schroffenegger, die kurz vor ihrem Bachelorabschluss steht, kann als Werkstudentin ihre theoretischen Kenntnisse in der Praxis nutzen. Für das Kundenmagazin "1890" betreibt sie Marktforschung, ruft in Agenturen an und fragt Vertreter nach ihrer Meinung zu den Medienangeboten der Allianz. "Im Büro geht es schon anders zu als auf dem Platz: Das eine ist eben für den Kopf, das andere für die Beine."

      Für Fußballfans und Fußballerbeine hat 2015 einiges zu bieten. Höhepunkt wird die Weltmeisterschaft der Frauen in Kanada sein. Italien hat sich leider nicht für die Endrunde qualifiziert, aber vielleicht kann die Südtirolerin Katja Schroffenegger ja als Reporterin zur WM reisen? Melanie Leupolz ist fester Bestandteil des deutschen Nationalkaders, und auch Lena Lotzen hofft, bis dahin wieder voll einsatzfähig zu sein. Bis ihre Verletzung ausgeheilt ist, wird Lena ihre Herausforderungen in der Allianz suchen. Wenn es dann im Juni nach Kanada geht, haben die Spielerinnen Großes vor: Sie wollen den dritten Stern für Deutschland.

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