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       (Quelle: Allianz Group)

      14. Juni 2018

      FIFA Fußball-WM: Wie wir dafür sorgen, dass alles sicher über die Bühne geht

      Text: Heidi Polke / Daniel Aschoff
      Foto: Allianz Group
      Fußball-WM: Was bei großen Sportveranstaltungen schief gehen könnte – und wie Versicherer helfen, dass die Show weitergeht

      Einen großen Sportwettbewerb wie die Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland zu veranstalten, heißt für alle Beteiligten mit verschiedensten Risiken konfrontiert zu werden – das Gastgeberland und die Organisatoren ebenso wie Sponsoren und Rundfunkanstalten und nicht zuletzt für jeden einzelnen Fußballspieler oder Fan. Entertainment Versicherer wie die Allianz helfen, Missgeschicke und Pannen aller Art zu beheben, so dass die „größte Show der Welt“ wie geplant weitergehen kann. Lesen Sie hier mehr dazu.

      Blitz, Donner und Hagel sorgten im Juni dafür, dass das Testspiel Deutschland-Österreich um zwei Stunden verschoben werden musste. Unter dem widrigen Wetter litten nicht nur die Fans auf den Tribünen, auch Werbetreibende und die Organisatoren müssen mit finanziellen Einbußen rechnen. Neben Wetterereignissen können auch Naturkatastrophen, Epidemien oder Terroranschläge eine Verschiebung oder gar eine Absage eines Sportgroßereignisses bewirken.

      Glücklicherweise musste eine Fußball-Weltmeisterschaft bisher noch nie unterbrochen oder verschoben werden. Wenn sich jedoch die Eröffnungszeremonie auch nur um paar Minuten durch einen simplen Stromausfall oder Übertragungsfehler verzögern würde, würden Werbeslots ausfallen und damit TV-Sendern weltweit Verluste einbringen.

      Auch Reise- und Gesundheitsrisiken stehen auf dem Spiel: Ein Hooligan könnte einen Zuschauer verletzen, ein Fan unter mangelhaften Sicherheitsvorkehrungen zu Schaden kommen oder ein Spieler durch ein aggressives Foul das Ende seiner Profifußballkarriere erleiden.

      Wer braucht Versicherungsschutz?

      Foto: AGCS

      Wer braucht Versicherungsschutz? (Quelle: AGCS)

      „Ohne Versicherung gäbe es keine WM, keine Olympiade und wohl überhaupt keinen organisierten Leistungssport“

      „Jedes Sportgroßereignis bedeutet zahlreiche Risiken, große, kleine, wahrscheinliche und unwahrscheinliche. Fest steht jedoch: Niemand könnte die vielfältigen Risiken alleine tragen“, erklärt Michael Furtschegger, Experte für Film- und Veranstaltungsversicherung bei der Allianz Global Corporate & Specialty. „Ohne Versicherung gäbe es keine WM, keine Olympiade und wohl überhaupt keinen organisierten Leistungssport.“

      Die Versicherungswirtschaft bietet quasi lückenlose Absicherung für alle Eventualitäten eines Megaevents – angefangen beim Bau der Stadien über Veranstaltungsausfall und Vermögensschäden für die Organisatoren und Sponsoren bis hin zu persönlichen Gesundheits- und Reiserisiken von Fans oder Spielern. Für die letzte WM 2014 in Südafrika schätzte Lloyds das Versicherungsvolumen auf rund 9 Milliarden US-Dollar, darunter 4,8 Milliarden US-Dollar allein für Stadien und Trainingsstätten.

      „Diese Versicherungssummen werden wahrscheinlich dieses Jahr in Russland angesichts der hohen Investitionen übertroffen“, erwartet Furtschegger. Offiziell rechnet Russland mit Ausgaben für die WM in Höhe von rund 12 Milliarden US-Dollar – darin sind Bau- und Renovierungskosten für Stadien und Infrastruktur nicht enthalten.

      Verschoben, verletzt, verhagelt: Hauptsache versichert!

      Foto: AGCS

      Verschoben, verletzt, verhagelt: Hauptsache versichert! (Quelle: AGCS)

      Versicherungslösungen auch bei Boni-Zahlungen denkbar

      Die Deckung von Sach- und Haftungsrisiken für ein Sportgroßereignis gehört zum Standard. Zugleich entwickeln sich jedoch immer mehr Versicherungslösungen für spezielle Anforderungen von Unternehmen, die direkt oder indirekt an der WM beteiligt sind. Dazu zählen beispielsweise wie „Prize-Indemnity“- oder „Over-Redemption“-Policen, die bei einem unerwarteten Tuniererfolg den – zumindest für eine Seite schmerzhaften – finanziellen Verlust abmildern: So müsste eine Handelskette hohe Ausgaben stemmen, wenn sie Rabatt- oder Geld-zurück-Aktionen an den Sieg des Nationalteams gekoppelt hat und dieser dann tatsächlich eintritt.

      Auch nationale Teams verschaffen sich finanzielle Puffer für vertraglich vereinbarte Boni-Zahlungen an Spieler. „Für den unwahrscheinlichen Fall, dass Nigeria ins Finale einziehen würde, würden vermutlich hohe Boni an die Spieler fällig, die die finanziellen Möglichkeiten der nationalen Fußballorganisation übersteigen könnten. Hier sind individuelle Versicherungslösungen denkbar“, erklärt Furtschegger.

      Fifa, Organisatoren in Russland, Sponsoren oder Medienunternehmen sowie die nationalen Teams kaufen den Versicherungsschutz schon weit im Vorfeld ein. Weit vor Beginn der Veranstaltung verschafften AGCS-Experten einen Überblick über die Risiken vor Ort in Russland und verhandelten anschließend die entsprechenden Verträge. „Wer jetzt noch eine Police bräuchte, wäre schon sehr spät dran“, sagt Furtschegger.