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      Drohnen kann man mit FairFleet nun auch online mieten. (Quelle: Fotolia / Jag_cz)

      FairFleet 25. April 2016

      Die Überflieger

      Text: Michael Grimm
      Foto: Fotolia / Jag_cz
      Das Unternehmen FairFleet hat eine Online-Plattform entwickelt, über die Unternehmen Drohnenpiloten und ihr Equipment buchen können. Das fliegende Auge hilft, Prozesse zu optimieren und Schäden schneller zu regulieren. Auch im Katastrophenfall. FairFleet ist ein weiterer Coup aus der Start-up-Schmiede des Allianz Digital Accelerators.

      Wie gut täte ab und zu ein Blick von oben. Astronauten berichten immer wieder von diesem erhabenen Moment, wenn sie die Erde aus dem Fenster ihres Raumgleiters betrachten. Konflikte rücken in den Hintergrund. Stattdessen wächst das Gemeinschaftsgefühl. Einige hundert Kilometer tiefer aber immer noch über den Dingen, könnten Drohnen in Zukunft Probleme lösen und vor allem Kosten sparen. Immer mehr Firmen entdecken die Vorzüge von Drohnenflügen.

      Teil von TechCrunch Disrupt

      FairFleet hat diesen Bedarf erkannt und vermittelt qualifizierte Drohnenpiloten über eine Online-Plattform an Kunden unter anderem aus der Bau-, Medien- und Versicherungsbranche. Das Start-up-Unternehmen präsentierte sich im vergangenen Jahr auf der TechCrunch Disrupt in London erstmals der Öffentlichkeit. TechCrunch ist ein weltweit führendes Online-Nachrichtenportal für Technologie- und Internetunternehmen. Auf seiner jährlich stattfindenden Konferenz "Disrupt" pitchen Start-ups ihre Ideen und Geschäftsmodell vor versammelten Investoren. FairFleet schaffte es auf Anhieb in die Finalrunde. Als einziges Unternehmen, das durch einen Großkonzern aufgebaut und finanziert wurde.

      Auf Großbaustellen kommen Drohnen immer öfter zum Einsatz - denn das spart Zeit und Kosten.

      Foto: Fotolia / Christophe Fouquin

      Auf Großbaustellen kommen Drohnen immer öfter zum Einsatz - denn das spart Zeit und Kosten. (Quelle: Fotolia / Christophe Fouquin)

      Das Interesse an kommerziellen Drohneneinsätzen ist groß. Da ist zum Beispiel die Baubranche, die sich von den fliegenden Augen enorme Effizienzgewinne verspricht. Auf großen Bauprojekten tummeln sich viele unterschiedliche Zulieferer und Arbeitergruppen. Sie alle müssen organisiert und koordiniert werden. Vom Material ganz zu schweigen. Da kann man als Bauherr oder Leiter leicht den Überblick verlieren. Und das kostet.

      Pilot to go

      "Allein in Europa entstanden 2014 so rund 360 Milliarden Euro zusätzliche Baukosten", erklärte Eldar Gizzatov, Gründer von FairFleet, auf der TechCrunch Disrupt. "Bessere Planung dank besserer Daten", so das Motto von Gizzatov. FairFleet bietet seinen Kunden ein Rundum-Sorglos-Paket. Das Team von Gizzatov kümmert sich nicht nur um die Vermittlung von Piloten und Fluggenehmigungen, sondern auch um die Aufbereitung der erzielten Daten. Ob daraus hochwertige Karten, Bilder, Inspektionsvideos oder Marketingfilme entstehen, entscheiden die Auftraggeber.

      Drohnenflug über Haus IV auf dem Allianz Campus in Unterföhring bei München.

      Zu ihnen zählt auch die Allianz. Genau genommen hätte das Drohnen-Vermittlungsunternehmen ohne die Allianz nicht zu diesem Höhenflug ansetzen können. Entstanden ist FairFleet aus dem Digital Accelerator und der Zusammenarbeit mit seinen Experten für den Aufbau digitaler Geschäftsmodelle. Hier finden innovative Köpfe wie Gizzatov Gehör. Und hier werden schließlich gemeinsam Ideen zur Reife gebracht oder wieder verworfen.

      Fliegende Helfer im Katastrophenfall

      Bis zu 30 Projekte prüfen die Spezialisten des Accelerator-Teams pro Jahr. Nur circa drei von ihnen bestehen schließlich die strengen Machbarkeitstests und werden als Tochterfirmen ausgegründet. "Wir haben uns für die Umsetzung der Drohnen-Idee entschieden, weil dieser Ansatz auch für die Allianz-Gruppe von hohem strategischen Wert ist", sagt Geschäftsführer Bernd Scharrer. Allianz Global Corporate & Specialty ist einer der größten Industrieversicherer weltweit.
      Regelmäßige Drohneneinsätze, so Scharrer, könnten dabei helfen, Schäden schneller zu analysieren und Bauvorhaben zu optimieren. Grundsätzlich sind viele Szenarien denkbar. Im Katastrophenfall werden Drohnen zu fliegenden Helfern. Unwegsames Gelände ist für sie kein Hindernis. Bei Hochwasser zum Beispiel verschaffen sie der Versicherung einen Überblick und helfen damit, die Not der Flutopfer schneller zu lindern.

      Zunächst wird sich FairFleet auf den deutschen Markt konzentrieren. Erste Aufträge von Architekturbüros und Bauunternehmen sind bereits eingegangen. Das Dienstleistungsgeschäft mit Drohnen ist vielfältig, das Marktpotenzial enorm. Nach Schätzung der Venture-Capital-Gesellschaft KPCB wurden 2015 mit Drohnenflügen weltweit rund 1,7 Milliarden US-Dollar verdient. Damit wuchs der Umsatz der noch jungen Branche allein im Vergleich zum Vorjahr um 167 Prozent.

      Dieser Artikel erschien ursprünglich auf allianz.com.

      Bernd Scharrer und Eldar Gizzatov (Quelle: Allianz)

      "Bessere Planung dank besserer Daten." Eldar Gizzatov, Gründer von FairFleet (im Bild rechts) und Bernd Scharrer, Geschäftsführer des Allianz Digital Accelerator.