Dr. Manfred Knof
Foto: Allianz

Allianz fordert fairen Zugang zu den Fahrdaten im Fahrzeug / Datenschreiber sollen helfen, Unfallverantwortung zu klären / Aktuelles Haftungssystem muss nicht geändert werden

Das Kraftfahrzeug von morgen wird mit seiner Umwelt umfassend digital vernetzt sein. Diese Vernetzung wird Produktinnovationen auslösen und neue Funktionen und Services im und am Auto ermöglichen. Auf dem 4. Allianz Autotag am 7. April 2016 diskutierten Experten der Allianz mit Vertretern aus Politik, IT-Branche und Automobilwirtschaft zur Frage, wie sich die Vernetzung der Fahrzeuge auf die Verkehrssicherheit, den Verkehrsfluss und auf alle nichtmotorisierten Verkehrsteilnehmer auswirken wird.
Eine der Hauptforderungen der Allianz auf dem Autotag ist der faire Zugang zu den Daten für alle Marktteilnehmer. Ein fairer Wettbewerb um Daten und Services im Fahrzeug muss gewährleistet sein. Die Allianz favorisiert einen standardisierten Zugang, der allen Beteiligten dieselben Rahmenbedingungen für den Datenzugriff bietet. Damit sollen die Wahlfreiheit des Kunden und faire Wettbewerbsbedingungen gewährleistet werden. Hierfür sind gesetzliche Regelungen zum Zugang zu diesen Daten und standardisierte Schnittstellen erforderlich.

Allianz Autotag
Der 4. Allianz Autotag steht ganz unter dem Motto “Das vernetzte Fahrzeug”. Foto: Allianz

“Wir können uns vorstellen, zur Erhöhung der Verkehrssicherheit auch eigene Informationen über diese Schnittstelle zur Verfügung zu stellen. Ich denke hier beispielweise an Angaben zu Unfallschwerpunkten”, sagt Dr. Manfred Knof, Vorstandsvorsitzender der Allianz Deutschland AG. “Denkbar wäre zum Beispiel, dass der Fahrer künftig einen Warnhinweis erhält, wenn er auf einen von uns identifizierten Unfall-Hot-Spot zufährt.”
Weitere wichtige Positionen der Allianz zum vernetzten Fahrzeug kurz zusammengefasst:

    • Das Recht an den im Fahrzeug erhobenen Daten steht dem Halter bzw. Fahrer zu. Er entscheidet, wem er seine Daten zu welchem Zweck und zu welchen Bedingungen zur Verfügung stellen möchte.
    • Im Fall eines Unfalls mit einem hochautomatisierten Fahrzeug muss dem Versicherer über einen Datenspeicher der freie und direkte Zugang zu den im Auto erfassten Unfalldaten möglich sein, um zu klären, ob der Unfall durch einen Fahr- oder einen Systemfehler verursacht wurde.
    • Das bestehende Haftungssystem mit der Halterhaftung passt nach derzeitigem Kenntnisstand für die verschiedenen Stufen der zunehmenden Fahrzeugautomatisierung und muss nicht reformiert werden.
  • Kontakt
    Christian WeishuberChristian Weishuber
    Allianz Deutschland AG
    Tel: 089.3800-18169
    Christian.Weishuber@ALLIANZ.DE