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    • Fahrradhelme schützen: Warum Sie niemals ohne fahren sollten
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      Ein Fahrradhelm kann Leben retten. (Quelle: Fotolia/ Monkey Business)

      Sicherheit 27. März 2015

      Helm auf! Er kann Ihr Leben retten

      Text: Christian Weishuber
      Foto: Fotolia/ Monkey Business
      2014 sind so viele Farradfahrer wie lange nicht bei einem Unfall gestorben. Versuche zeigen: Mit Helm hätten viele dieser Unfallopfer den Crash überlebt. Zeit, darüber nachzudenken…

      Als Johannas Fahrrad auf das Auto prallt, geht alles ganz schnell. So groß ist die Wucht des Aufschlags, dass ihr Kopf die Windschutzscheibe brechen lässt. Und das, obwohl das Auto mit gerademal 20 km/h unterwegs war. Doch Johanna spürt keine Schmerzen. Sie ist nur ein Crashtest-Dummy aus dem Allianz Zentrum für Technik. Die Kollision war nachgestellt. An den Fakten ändert das nichts: Schon bei niedrigen Geschwindigkeiten enden Unfälle mit Autos oft tödlich oder mit schwersten Verletzungen für die Radfahrer. Vor allem deshalb, weil sie keinen Helm tragen.

      Nur 15 Prozent aller Fahrradfahrer tragen einen Helm

      Es ist also nur eine winzige Entscheidung, die zwischen Leben und Tod trennt – die für oder gegen einen Fahrradhelm. Leider entscheiden sich immer noch viel zu viele Radfahrer dagegen. "Die Helmtragequote beträgt aktuell gerademal 15 Prozent", sagt Dr. Alexander Vollert, Vorstandsvorsitzender der Allianz Versicherungs-AG. "Das führt zu vielen unnötigen Todesfällen."

      Und diese haben im vergangenen Jahr dramatisch zugenommen: Von Januar bis November 2014 erhöhte sich die Zahl der getöteten Radfahrer um zwölf Prozent, so die offizielle Unfallstatistik des Statistischen Bundesamtes. Auch die Zahl der Schwerverletzten ging um elf Prozent nach oben. Zum Vergleich: Bei allen Verkehrsunfällen in Deutschland zusammen stieg die Anzahl der Todesopfer im Jahr 2014 nur um 0,8 Prozent, die der Schwerverletzten um 5,6 Prozent.

      Besonders betroffen vom Anstieg der tödlichen Fahrradunfälle: die Altersgruppe der über 64-jährigen mit einem Plus von 19 Prozent. Der Anteil der weiblichen Todesopfer stieg dabei sogar um ein ganzes Drittel.

      Unfall mit dem Rad: ohne Schutz schwere Gehirnverletzungen

      Aber kann ein Fahrradhelm wirklich helfen, Todesfälle und schwere Verletzungen von Radfahrern zu verhindern? "Ja", sagt Dr. Vollert. "Die Wahrscheinlichkeit bei einem Fahrradunfall eine Gehirnverletzung zu erleiden, liegt ohne Helm mehr als doppelt so hoch wie mit Helm. Das haben unsere Versuche bewiesen."

      Der mit 47 Prozent häufigste Grund für eine tödliche Verletzung: ein Zusammenstoß mit einem Auto. Meist ein Frontallzusammenstoß, wie ihn Crashtest-Dummy Johanna im Allianz Zentrum für Technik erlebte. Bei fast allen Unfall-Versuchen der Allianz-Techniker krachten die Crashtest-Dummies mit dem Kopf gegen die Windschutzscheibe des Autos oder prallten nach der Kollision mit dem Kopf auf das Straßenpflaster.

      Trugen die Dummys dabei einen Fahrradhelm, wurde die Beschleunigung des Kopfes um bis zu ein Drittel reduziert. "Das unterscheidet dann zwischen Leben und Tod, denn die Kopfverletzungen sind zumeist die dramatischsten Unfallfolgen", sagt Dr. Vollert.

      Mehr Schutz für Radfahrer: Politik und Wirtschaft müssen handeln

      Doch ein Fahrradhelm allein ist noch kein Allheilmittel, ebenso wichtig ist es, zahlreiche weitere Ursachen für schwere Unfälle zwischen Fahrrad- und Autofahrern zu beseitigen. "Hier sind Politik und Wirtschaft gefordert", sagt Dr. Vollert. "Wir brauchen zum Beispiel besser ausgebaute Fahrradwege, einen verbesserten Aufprallschutz bei Automobilen und Anreize für eine höhere Helmtragequote bei den Radfahrern." Nur wenn alle Beteiligten gemeinsam an einem Strang ziehen, könne man in den nächsten Jahren mit deutlich sinkenden Unfallzahlen rechnen.

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      Auch ein Helm schützt leider nicht komplett vor Verletzungen, daher unverzichtbar:Unfallversicherung