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       (Quelle: istockphoto/Teka77)

      E-Bikes 2. Oktober 2017

      E-Bikes: Wann braucht man Helm und Kennzeichen?

      Text: Saskia Trucks
      Foto: istockphoto/Teka77
      E-Bike ist nicht gleich E-Bike: Die einen fahren 25 km/h, die anderen 45. Für die einen benötigt man Helm und Versicherungskennzeichen, für die anderen nicht. Wir erklären die Unterschiede.

      Pedelec steht für Pedal Electric Cycle – also ein Fahrrad, das beim Treten in die Pedale mit einem Elektromotor unterstützt. Oftmals werden die Begriffe „Pedelec“ und „E-Bike“ heute synonym verwendet. Im klassischen Sinn handelt es sich bei einem E-Bike allerdings um ein Fahrzeug, das nur durch einen Motor – also ohne Treten – fährt. Es wird mit einem Drehgriff oder Schaltknopf in Gang gesetzt und ist so einem Leichtmofa bzw. Kleinkraftrad gleichzusetzen. Da es laut dem Deutschen Zweirad-Industrie-Verband aber kaum Fahrzeuge dieser Art in Deutschland gibt (unter 0,5%), hat sich der Verband dazu entschieden, die Begriffe Pedelec und E-Bike synonym zu verwenden und sich damit an den allgemeinen Sprachgebrauch angepasst.

      Das klassische E-Bike/Pedelec

      Bei 99 Prozent der drei Millionen E-Bikes, die mittlerweile auf deutschen Straßen unterwegs sind, handelt es sich um klassische Pedelecs, die ohne Betriebserlaubnis und ohne Helmpflicht und Versicherungskennzeichen gefahren werden dürfen. Das klassische Pedelec (Pedal Electric Cycle) gilt im Sinne der Straßenverkehrszulassungsordnung als Fahrrad.

      Der an das Rad angeschlossene Elektromotor unterstützt den Fahrer beim Radeln – allerdings nur, wenn dieser weiterhin in die Pedale tritt. So kann das E-Rad eine Geschwindigkeit von bis zu 25 km/h erreichen. Fährt der Radler schneller, schaltet sich der Motor automatisch ab. Das Pedelec kann auch ohne Motor genutzt werden und funktioniert dann wie ein normales Fahrrad. Aus diesem Grund dürfen klassische E-Bikes auf dem Radweg gefahren werden.

      Zur Kategorie des klassischen Pedelecs zählen verschiedene Modelle: Am beliebtesten ist das E-Cityrad. Für die sportlicheren Fahrer, die sich auch außerhalb der Stadt mit dem E-Bike bewegen, gibt es E-Trekkingräder und E-Mountainbikes. In einigen Kommunen gibt es außerdem bereits Zuschüsse für E-Lastenräder, um den Lieferverkehr zu reduzieren. Schäden, die man mit diesen E-Bikes bei Dritten verursacht, sind über die private Haftpflichtversicherung mitversichert. Fahrräder und Pedelecs können in der Allianz Hausratversicherung über zwei einfache Zusatzbausteine gegen Diebstahl, aber auch gegen Beschädigung durch Sturz, Unfall, Transport und mut- sowie böswillige Beschädigung versichert werden.

      S-Pedelec/Schnelles E-Bike

      Anders als das normale E-Bike, gilt das S-Pedelec nicht als Fahrrad. Weil sich der Motor erst bei 45 km/h abschaltet, ist für die Nutzung dieses Rads mindestens ein Führerschein der Klasse AM notwendig. Außerdem benötigen Fahrer eine Betriebserlaubnis und ein Versicherungskennzeichen. Auch ein Mindestalter ist für die Nutzung vorgeschrieben: Die Fahrer müssen 15 Jahre oder älter sein. Seit 2013 besteht für Fahrer von S-Pedelecs außerdem Helmpflicht.

      S-Pedelecs mit einer Leistung von mindestens 500 Watt werden von der Allianz ab 54 Euro pro Jahr versichert – genau wie ein Moped. Das Versicherungs-Kennzeichen kostet nicht viel und muss zum 1. März eines jeden Jahres erneuert werden. Es bestätigt das Bestehen einer Kfz-Haftpflichtversicherung, die für Schäden aufkommt, die mit dem versicherten Elektrorad bei anderen zum Beispiel durch einen verschuldeten Unfall verursacht wurden.

      Außerdem lehnt die Kfz-Haftpflichtversicherung unangemessene Schadensforderungen Dritter ab. Auch die Versicherung des E-Bikes im Rahmen einer Teilkaskoversicherung ist möglich. Die optionale Teilkasko springt bei Verlust des Fahrzeugs durch Diebstahl ein und deckt Fahrzeugschäden, die durch Wind, Hagel, Brand oder Wildunfall entstehen.


      Dieser Artikel stammt aus der Ausgabe 4/2017 des Allianz Deutschland Kundenmagazins "1890" zum Schwerpunktthema "Mobilität". Alle bisherigen "1890"-Ausgaben finden Sie in der Mediathek zum Download sowie als App für Apple-Geräte in itunes und für Android bei Google Play.