Lernt man das Sparen von den Reichen, Herr Hopp? Dietmar Hopp im Golf Club St. Leon-Rot.
Dietmar Hopp im Golf Club St. Leon-Rot. Foto: Claus Morgenstern

SAP-Gründer und Multi-Milliardär Dietmar Hopp ist einer der reichsten Deutschen. Und hat trotzdem Verzichten gelernt. Ein Gespräch über nötiges und unnötiges Kleingeld

Herr Hopp, wann haben Sie zuletzt auf etwas verzichtet?
Na ja, dreimal in der Woche trinke ich keinen Alkohol. Das fällt mir schwer! Ich mag ein Glas schönen Rot- oder Weißwein und trinke stattdessen den trüben Apfelsaft, der bei mir kistenweise im Keller steht. Aber wirklich verzichtet habe ich zuletzt in der Studentenzeit, das ist lange her.
Freiwillig keinen Wein zu trinken, ist doch auch ein Verzicht.
Aber kein echter, nur einer aus gesundheitstaktischen Gründen. Ähnlich wie Fasten, um den Körper zu entschlacken. Das habe ich zweimal in meinem Leben gemacht: eine Zitronensaftkur, bei der ich 13 Kilo abgenommen habe, und eine Holundersaftkur.
Als Milliardär könnten Sie sich morgen zehn Ferraris kaufen, tun es aber nicht.
Ich leiste mir alles, was ich gerne hätte. Das sieht manchmal vielleicht bescheiden aus, denn es gäbe sicher tollere Autos als meinen Diesel. Schuhe kaufe ich seit Jahrzehnten bei Salamander. Warum sollte ich das ändern, wenn ich bequem darin gehe? Das mag für andere wie Verzicht aussehen, weil sie extravaganter mit ihrem Reichtum umgehen würden – ist es aber nicht.
Was ist es dann?
Ich habe einfach überhaupt keine Lust auf manche Dinge. Zum Beispiel auf ein Boot, mit dem ich im Mittelmeer herumschippern würde. Mag ich einfach nicht.

„Wer Spaß hat zu protzen, soll halt protzen“

Lernt man das Sparen von den Reichen, Herr Hopp? Schuhe von der Stange - Luxus definiert sich für Dietmar Hopp nicht über weithin sichtbare Statussymbole.“ width=
Schuhe von der Stange – Luxus definiert sich für Dietmar Hopp nicht über weithin sichtbare Statussymbole Foto: Fotolia/ laguna35

Was ist das Extravaganteste, das Sie besitzen?
Mein Flugzeug, eine Challenger für zehn Passagiere. Manchmal fliege ich damit geschäftlich, manchmal auch zu Fußballspielen oder in unser Ferienhaus nach Frankreich. Es ist echter Luxus, jederzeit in Mannheim starten zu können. Dabei beschleicht mich allerdings manchmal das schlechte Gewissen, die Umwelt zu schädigen und jede Menge Sprit rauszupusten. Zum Trost schaue ich dann meine „Umweltbilanz“ an, die ja durchaus positiv ist. Nicht zuletzt aufgrund der Klimastiftung*, die meine Stiftung in Sinsheim gegündet hat.
Ist Ihr Privatjet ein Statussymbol?
Für mich nicht. Ich sehe darin einen Gewinn an Bequemlichkeit und damit auch an Lebensqualität.
Selbst wenn Sie über Ihr Flugzeug reden, klingt das irgendwie bodenständig. Wie kommt das?
Ich glaube, das Wichtigste ist: Keiner von uns SAP-Gründern hielt sich je für etwas Besseres. Wir hatten einfach das Glück, zum richtigen Zeitpunkt die richtige Idee zu haben und auch die Energie, sie umzusetzen. Ich müsste mich schämen, wenn ich deshalb abgehoben wäre und mit anderen Leuten, die vielleicht intelligenter sind als ich, von oben herab sprechen würde.
Ist es falsch, sich Dinge zu kaufen, nur um etwas darzustellen?
Ich will anderen nicht aufzwingen, wie sie sein sollen. Wer Spaß hat zu protzen, soll halt protzen. Dann kommt das Geld wenigstens in Umlauf.
Was ist schlimmer: Geizig zu sein oder verschwenderisch?
Ich denke, es ist besser, Geld auszugeben, als darauf sitzen zu bleiben oder sein Vermögen gar illegal in der Schweiz zu horten.
Schmerzt es Sie, Fußballprofis zu sehen, die mit 22 Jahren in einem Auto für eine Viertelmillion sitzen?
Ich finanziere sie ja zum Teil.
Das muss ja noch mehr wehtun.
Ich verstehe die Jungs nicht. Ihre Berater müssten eigentlich sagen: „Bau doch erst mal einen Grundstock auf für dein Leben. Du kannst übermorgen mit einem Kreuzbandriss Invalide werden, dann ist der ganze Spuk zu Ende.“ Aber es ist nicht meine Sache, unseren Spielern das zu sagen.
Wären Sie nicht genau der Richtige dafür?
Ich würde nur ausgelacht werden, wenn ich versuchen würde, den Messias zu spielen und zu predigen, was die nicht ernst nehmen. Den Spielern, denen ich näher bin, sage ich das schon. Aber ich muss die Welt nicht mit meinen Meinungen verbessern. Ich versuche, sie mit meinem Geld zu verbessern.

Die vier ehemaligen IBM-Mitarbeiter kurz nach der SAP-Gründung (von links nach rechts): Klaus Tschira, Hasso Plattner, Dietmar Hopp, Hans-Werner Hector.“ width=
Die vier ehemaligen IBM-Mitarbeiter kurz nach der SAP-Gründung (von links nach rechts): Klaus Tschira, Hasso Plattner, Dietmar Hopp, Hans-Werner Hector. Foto: SAP

1995 brachten Sie zwei Drittel Ihrer SAP-Aktien in die gemeinnützige Dietmar Hopp Stiftung ein – und verzichteten damit auf Milliarden für sich.
Es ist ja nicht so, dass ich da einen Gegensatz lebe, also einerseits sehr großzügig als Mäzen und Stifter Geld verteile, andererseits mir das vom Mund absparen würde. Das ist nicht der Fall und würde auch nicht zu mir passen. Trotzdem gibt es genügend reiche Menschen, die keinen Grund sehen, irgendetwas zu teilen. Das sind meistens diejenigen, die es ihrer Genialität zuschreiben, dass sie erfolgreich geworden sind. Die neigen oft dazu, nichts zu geben. Oft tarnen sie das und sagen: „Wenn ich es so mache wie der Hopp, dann rufe ich Neider auf den Plan.“ Aber das ist eine dumme Ausrede. Die Menschen neiden nicht, sie sind dankbar, wenn ihnen geholfen wird.

„Eigentum verpflichtet. Reichtum verpflichtet noch mehr.“

Würden Sie sagen, dass unspendablen Reichen etwas entgeht?
Ja. Es ist ein verdammt gutes Gefühl, Gutes zu tun. Diese Genugtuung, etwas bewegt zu haben, die habe ich. Wenn ich beispielsweise Briefe von Eltern bekomme, deren Kinder mit medizinischen Geräten, die die Stiftung angeschafft hat, von einem Hirntumor geheilt wurden. Dann ist das weiß Gott eine Belohnung. Aber offenbar ist nicht jeder so veranlagt, dass er sich freut, wenn er anderen hilft. Vielleicht denken manche: „Behalte ich alles, kann ich mir zwei Yachten mehr zulegen.“
Ist persönliche Freude der Antrieb, Mäzen zu sein?
Nicht nur. Eigentum verpflichtet – das ist die eine Sache. Für mich gilt: Reichtum verpflichtet noch mehr.
Sie sagten, dass Sie zum letzten Mal als Student verzichten mussten. Wie sind Sie aufgewachsen?
Ich bin 1940 geboren, und in der Nachkriegszeit herrschte eine unvorstellbare Armut. Obwohl wir auf dem Land waren, mussten wir zumindest bis 1949/50 auch mit Hunger leben. Ich habe als Kind für ein Vesper bei den Bauern geschuftet oder Alteisen gesammelt. Mein Vater durfte nach dem Krieg nicht mehr als Lehrer arbeiten, weil er mitgemacht hatte, als die Synagoge in Hoffenheim zerstört wurde. Wir waren vier Kinder, nur meine Schwester hatte schon Abitur, als ich aufs Gymnasium in Sinsheim kam. Also musste meine Mutter für drei Kinder Schulgeld zahlen, während mein Vater nur Hilfsarbeiter auf dem Bau war oder als Arbeitsloser Stempelgeld bekam. Ich erinnere mich, wie meine Mutter mit ihrem Büchlein dagesessen ist – Eingaben, Ausgaben –, und wenn das nicht pfenniggenau stimmte, dann hat sie gesucht. Ja, da hat man Sparen gelernt. Aber ich bin dadurch nicht geizig geworden, sondern motiviert, mich möglichst bald selbst versorgen zu können.

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Einnahmen und Ausgaben auf einem Blick: Mit dem Haushaltsbuch hat Familie Hopp das Sparen gelernt. Foto: Fotolia/ Björn Wylezich

Das haben Sie hingekriegt.
Ja, ich machte mein Diplom in Nachrichtentechnik, dem Vorläufer der Informatik. Und als ich 1966 bei IBM als Softwareentwickler anfing, verdiente ich ordentlich. Ab da musste ich auf nichts mehr verzichten.
Trotzdem kündigten Sie später und machten sich selbstständig. Ein Verzicht auf Sicherheit?
Ich war schon gut fünf Jahre bei der IBM und hatte nicht das Gefühl, auf Sicherheit zu verzichten – da war ich zu selbstbewusst. Wer zu jener Zeit auf dem Gebiet etwas leisten konnte, hätte überall einen Job gefunden. Und IBM hat zwar laut gesagt: „Nie mehr dürfen die fünf zurückkommen.“ Aber zum Abschied wurde auch leise gesagt: „Wenn’s schiefgeht, kommsch wieder!“
Wie fand Ihre Mutter den Schritt?
Für sie war es das Schlimmste, sie war todunglücklich: Wie kann man nur für so ein Abenteuer von der Weltfirma IBM weggehen?
1972 gründeten Sie die SAP – in einer Garage?
Nein, aber es war schon ein relativ unwirtlicher Schuppen. Ein umfunktionierter Lagerraum, in dem früher Nylonballen verpackt und versandt worden waren. Aber es standen schon Schreibtische drin, sehr bald mit zwölf bis 14 Arbeitsplätzen.
Wer war Ihr erster Kunde?
Der englische Chemiekonzern „ICI Europa Fibres“. Die hatten hier in Östringen, gerade über den Berg, ein Nylonfaserwerk, das es längst nicht mehr gibt. In dem Gebäude sind heute Flüchtlinge untergebracht. Damals war es eine blühende Firma. Die beauftragte uns, eine Software für Order Processing und Versand zu entwickeln, im Dialog am Bildschirm und mit Real-Time-Verarbeitung. Das war sensationell neu zu der Zeit. Wir begannen in deren Werk mit der Entwicklung. Das war die Keimzelle für die SAP.

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SAP-Mitgründer Hasso Plattner zeigt den Aktienstand. Der Börsengang 1988 war eine wichtige Zäsur in der Firmengeschichte von SAP. Foto: SAP

Mussten Sie in der Start-up-Phase verzichten?
Ja, auf Freizeit und ein normales Familienleben. Tag und Nacht Arbeit. Das ist der Unterschied, ob man angestellt ist oder ob es richtig um die Wurscht geht. 26 Tage nach der Gründung der SAP ist mein Sohn Oliver auf die Welt gekommen. Und wir konnten nur nachts und an den Wochenenden den Computer der Firma nutzen. Also sagte ich zu meiner Frau: „Dann machen wir halt montags und dienstags Ausflüge.“ Es wurde kein einziger. Es ist halt viel mehr Arbeit geworden. Aber man hat auch gesehen, es wird was. Und das hat angespornt.
Mit dem Börsengang 1988 wurden Sie dann richtig reich. Wie alt waren Ihre Kinder da?
Daniel acht Jahre und Oliver 16.
Wie haben Sie Ihren Kindern beigebracht, am Boden zu bleiben?
Indem wir es vorgelebt haben. Der Große hatte es anfangs schwerer: plötzlich die Sicherheitsvorkehrungen, das Rampenlicht. Er kannte das Normale und ist ins Unnormale gestoßen worden. Bei Daniel war das Unnormale schon das Normale.

„Ich weiß, es klingt blöd, aber ich führe kein Kleingeld mehr in meinem Geldbeutel mit.“

Gab es Diskussionen über bestimmte Anschaffungen?
Also bei Oliver überhaupt nicht. Der war fast zu bescheiden. Daniel wünschte sich dann schon einen Porsche. Und hat ihn auch gekriegt.
Zählt das als Extravaganz?
Es war schon etwas Besonderes.
Zu welchem Geburtstag?
Zum 18.
Okay.
Aber er hat ihn heute noch, mit 35, und fährt ihn fast nie, sondern einen Audi und einen Familien-Van.
Haben Sie noch ein physisches Verhältnis zu Geld? Bedeuten Ihnen Münzen irgendetwas?
Ich weiß, es klingt blöd, aber ich führe kein Kleingeld mehr in meinem Geldbeutel mit. Wenn ich irgendwo bezahle, gibt es kein Rausgeld. Als ich Mangelwirtschaft hatte, war das anders. Einmal gab mir die Köchin im katholischen Pfarrhaus ein 5-Mark-Stück, als ich Kohlen austrug. Das war sensationell, ich war so selig.
Sie gehen ohne Kleingeld an einer Klofrau vorbei?
Da bin ich schon erwischt worden – erwischt in Anführungszeichen –, dass ich 50 oder 100 Euro gebe. Ich kann auch an keinem Bettler vorbei. Das ist die Erinnerung daran, wie es bei mir war: Wie man sich freuen kann, wenn man von jemandem, der es
sich leisten kann, etwas bekommt. Im Größeren habe ich den gleichen Antrieb mit meiner Stiftung: In 20 Jahren hat sie nun mehr als eine halbe Milliarde Euro für gemeinnützige Projekte ausgegeben.
Als Unternehmer und Investor müssen Sie tendenziell sparsam sein. Als Mäzen großzügig. Fällt es manchmal schwer, diese Rollen auseinanderzuhalten?
Auch in der Wirtschaft muss man Geld ausgeben, die Leute teilhaben lassen am Erfolg. Das kostet, bringt aber viel Motivation. Ich glaube, das war auch eines unserer Geheimnisse bei SAP, dass wir sehr großzügig waren mit denen, die den Karren gezogen haben. Das ist heute bei 75.000 Leuten Belegschaft schwieriger. Da braucht man feste Regeln. Aber in der Anfangszeit fühlten sich alle als Mit-Unternehmer. Als Mäzen und Stifter ist es dagegen schon so: Da verstellen Emotionen den Blick. Wenn mir jetzt zum Beispiel der Huub Stevens sagt: „Ich brauche im Winter einen Spielmacher!“, um nicht abzusteigen, dann werde ich es ihm wahrscheinlich nicht verwehren.
Weiß er das schon?
Nein, werde ich auch nicht laut sagen. Und ich glaube nicht, dass er „1890“ liest.
Das heißt: Das Fußball-Investment bei Hoffenheim ist für Sie rein emotional?
Natürlich. Ich habe da selbst fast elf Jahre Fußball gespielt. Und ich weiß, wie viel Lebensfreude der Sport bringt. Ich will zu meinen Lebzeiten erreichen, dass Hoffenheim stabil ist und kein Drauflegegeschäft. Das muss ich noch hinkriegen.

Lernt man das Sparen von den Reichen, Herr Hopp?
Dietmar Hopp kickte einst für 1899 Hoffenheim. Bis heute ist er ein großer Förderer und Fan des Vereins. Foto: Fotolia/ Dusan Kostic

Außerdem fördern Sie den Golfsport und sind Club-Präsident in St. Leon-Rot. Fast sieht es so aus, als sei das hier Ihr Wohnzimmer.
Arbeitszimmer. Die Meetings der Stiftung und für meine Biotech-Investments sind meistens hier.
Weil Sie Golf so sehr lieben?
Ja. Im Sommer ist es schön, zwischendurch zu spielen. Außerdem gibt es hier eine hervorragende Küche. Ich esse öfters zweimal hier: mittags mit Gästen und abends.
Sind Sie ein beliebter Gast?
Ich denke, ja. Nicht, weil ich ein netter Mensch bin, sondern weil ich ordentlich Trinkgeld gebe. (lacht)
Gibt es Dinge, die Sie ärgern?
Wenn Hoffenheim unnötige Tore kriegt. Und wenn Leute zu Abhängigen oder Menschen, die sich nicht wehren können, ungerecht sind. Das
finde ich ekelhaft.
Zum Beispiel?
Das kann man leider auch im Golfclub erleben. Wenn jemand den Greenkeeper herunterputzt, weil er angeblich nicht richtig gemäht hat.
Schreiten Sie da ein?
Wenn ich es mitkriege, ja. Ungerechtigkeit macht mich wütend.
Regen Sie sich auch darüber auf, dass die WM 2006 offenbar nur nach Deutschland kam, weil Schmiergeld floss?
Das finde ich vor allem höchst bedauerlich. Ich schätze Franz Beckenbauer sehr und weiß, dass er ein selbstloser Mensch ist. Der Ursprung des ganzen Übels ist die FIFA. Da wurde offenbar eine Kultur gepflegt, die Bestechung intern legalisiert hatte. Man hätte die FIFA schon damals, vor der Vergabe der WM 2006, entlarven müssen. Ich hoffe aber, dass die Enthüllungen nun zum allerletzten Schritt führen, die FIFA aufzulösen. Wir sollten eine völlig neue Dachorganisation für den Fußball gründen. Mit Leuten, die sauber sind. Dann hätte das alles noch etwas Gutes. Und egal wie das für den Franz ausgeht – für mich bleibt er ein ausgesprochen lieber Freund!
Wenn Sie auf eines verzichten müssten: Golf oder Fußball?
Ich könnte auf keines verzichten.

„Wenn alle einen guten Willen beweisen, können wir die Integration heute wirklich schaffen.“

„Macht korrumpiert“, heißt es. Und „Geld ist Macht“. Wie schützen Sie sich mit Ihrem Riesenvermögen davor, eine Anything-goes-Mentalität zu entwickeln?
Ich sträube mich innerlich dagegen, dass man mir Macht zuspricht. Aber ich weiß auch, dass ich Einfluss habe. Neulich hat mich zum Beispiel ein Freund hier aus dem Golfclub gebeten: „Sag doch bitte was zu der Flüchtlingsproblematik.“
Und was sagen Sie?
Mir macht es große Sorgen, dass sich Deutschland mehr und mehr spaltet in dieser Frage. Dabei möge man doch bitte daran denken, dass 1945 zwölf Millionen – zwölf Millionen! – Flüchtlinge hier eingeströmt sind. In ein völlig zerstörtes Nachkriegsdeutschland. Das ist geschafft worden. Ich weiß, wie schwierig es ist, aber wenn alle einen guten Willen beweisen, können wir die Integration heute wirklich schaffen.
Was hielten Sie davon, in ein Kloster zu gehen und nach strengen mönchischen Regeln auf jede Annehmlichkeit zu verzichten?
Nein, das wäre nix für mich. Freiwillig zu verzichten, ist leicht. Es zu müssen, ist hart. Das habe ich hinter mir.

Dieser Beitrag stammt aus der Ausgabe 1/2016 des Allianz Deutschland Kundenmagazins „1890“ zum Schwerpunktthema „Verzicht“. Alle bisher erschienenen „1890“-Ausgaben finden Sie in der Mediathek zum Download sowie als App für Apple-Geräte in itunes und für Android bei Google Play.

Bildquellen

  • Dietmar Hopp: Claus Morgenstern