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      Uruguays Altstar Alcides Ghiggia (Quelle: Paulo Fridmann)

      Fußball 20. Juli 2015

      Adios, Alcides!

      Text: Peter Burghardt
      Foto: Paulo Fridmann
      Alcides Ghiggia holte 1950 den WM-Titel für Uruguay – 65 Jahre nach seinem größten Sieg ist er im Alter von 88 Jahren gestorben. Zur Fußball-WM 2014 konnte das Allianz Kundenmagazin "1890" noch mit dem legendären Fußballer sprechen – und gemeinsam mit ihm das Trauma der unterlegenen Brasilianer analysieren.

      Die Legende trägt ein abgewetztes Poloshirt und stützt sich auf Krücken. Kaum zu glauben, dass der gebrechliche Herr vor mehr als einem halben Jahrhundert eine ganze Nation ins Trauma schoss und eine andere ins Glück. Uruguays Held und Brasiliens Albtraum kommt in Begleitung einer mindestens halb so alten jungen Ehefrau zum Gespräch in seiner Heimatstadt Montevideo.

      Wenn der 87-jährige Alcides Ghiggia über sein berühmtes Tor spricht, glänzen seine Augen. Der feine Schnurrbart, sein Erkennungszeichen aus besseren Tagen, bewegt sich munter auf und ab. Er spricht schnell und haut die Sätze raus wie damals die Tore im Strafraum: "Es gibt nur drei Menschen, die das Maracanã-Stadion zum Schweigen gebracht haben. Der Papst, Frank Sinatra und ich", ist sein Lieblingssatz an diesem verregneten Nachmittag.

      Wenn die Zeit stillsteht

      Es leben nicht mehr viele Zeitzeugen. Von denen, die auf dem Rasen dabei waren, sind bis auf einen alle tot. Elf Brasilianer und zehn Uruguayer. Ghiggia ist der letzte Überlebende des WM-Finales von 1950. Das Ereignis ging als "Maracanaço" in die Geschichte ein – ein Wort, viel schlimmer als "Córdoba" für deutsche Sportfreunde. Es lastet bis heute wie ein Fluch auf Brasilien und seiner "Seleção", der Fußball-Nationalmannschaft.

      Es gibt solche Momente in der Geschichte, wenn die Zeit stillsteht und sich Generationen später noch an eine einzige Sekunde erinnern, die sich bis in die Gegenwart dehnt. Was in der 79. Spielminute am 16. Juli vor 64 Jahren im Estádio do Maracanã in Rio geschah, war ein solcher Augenblick der Ewigkeit: Als Uruguays Stürmer Ghiggia den Ball zum 2 : 1-Sieg im Netz versenkte – gegen den Favoriten und WM-Gastgeber Brasilien.

      John F. Kennedy und das Tor

      Auf YouTube kann man sich ein kurzes Video des Tors in verwaschenen Schwarz-Weiß-Bildern ansehen. Es liegt eine seltsame Aura über der Szene. Auch ohne Ton ist die Totenstille zu spüren, die der Schuss in der damals größten Fußballarena der Welt auslöste. Der Biograf des geschlagenen brasilianischen Torhüters Barbosa hat die Filmbilder des finalen Treffers später sogar mit den Aufnahmen eines ganz anderen Traumas verglichen: "Das Tor und der Gewehrschuss, der John F. Kennedy in Dallas tötete", schreibt er, hätten in Dramatik und Bewegung "die gleiche Präzision einer unaufhaltsamen Flugbahn" gehabt. Gespenstisch: Beide Male sei aufgewirbelter Staub zu sehen – einmal von einem Gewehr, das andere Mal von Ghiggias linkem Fuß.

      Das ist natürlich grober Unfug, aber es zeigt, wie tief der Stachel immer noch in Brasiliens Seele sitzt. Die Erinnerung ist zurzeit wieder frisch. Der Termin für die Wiedergutmachung rückt immer näher. Sonntag, 13. Juli 2014, 16 Uhr. Dann beginnt im renovierten Maracanã das nächste WM-Finale, und wehe, Brasilien gewinnt es nicht. Es ging für die Gastgeber schon vor diesem Turnier genug schief. Wer in Rio spazieren geht, der sieht zwar an jeder Ecke das Logo der Copa 2014.

      Genauso wie bei der WM 1950 schafften es die Brasilianer auch 2014 nicht, den Titel im eigenen Land zu gewinnen.

      Foto: AP

      ghiggia weltmeisterschaft 1950 uruguay brasilien (Quelle: AP)


      Wut liegt in der warmen Luft

      Millionen Brasilianer lieben Fußball und ihre Seleção. Sie freuen sich auf die WM, aber die Wut nimmt zu. Sie liegt in der warmen Luft. Die sündteuren Stadien werden verspätet fertig. Es gab Tote auf den Baustellen. Tausende Demonstranten protestieren gegen die Korruption, die Geldverschwendung, die Fifa. Wahrscheinlich kann nur der sechste WM-Titel die Zweifel bezwingen – und die alte Demütigung vergessen lassen. Als Alcides Ghiggia den Ball ins Tor donnerte, saß der 11-jährige Brasilianer João Luiz Albuquerque auf der Tribüne. Er kann den Schock bis heute nicht verwinden. "Dieser Hurensohn, wegen ihm schleppen wir unsere Trauer auf ewig mit", stöhnt der 74-jährige Journalist und Cineast João Luiz Albuquerque im Café in Rios Stadtteil Ipanema. Er nimmt einen tiefen Schluck Fassbier, sein massiger Oberkörper vibriert im ausgeleierten T-Shirt.

      "Es gibt keinen Plan B. Wir holen den Pokal." 

      Der damalige Zuschauer Albuquerque aus Brasilien und der damalige Stürmer Ghiggia aus Uruguay haben sich nie getroffen, aber beide verbindet und trennt dieses Tor des Jahrhunderts. Wenn man den beiden Männern zuhört, wie sie von der längsten Sekunde ihres Lebens erzählen, wird daraus eine Fabel, ein Lehrstück für die Gegenwart. Dem Schlüsselmoment von damals könnte ein Comeback bevorstehen. Nie zuvor und nie danach verloren Gastgeber einer WM die entscheidende Partie. Es klingt wie ein Déjà-vu, wenn heute Brasiliens Sportdirektor Carlos Alberto Parreira sagt: "Es gibt keinen Plan B. Wir holen den Pokal." 1950 gab es auch keinen Plan B. Und diese zwei Männer in Rio de Janeiro und Montevideo wissen, was das bedeutet. Sie waren dabei, auf zwei verschiedenen Seiten. Man muss sie erzählen lassen, um zu verstehen, was diesmal auf dem Spiel steht.

      Ein kleines, verblüffend erfolgreiches Land

      Alcides Ghiggia war damals ein 23-jähriger Angreifer aus einem kleinen und verblüffend erfolgreichen Land. Uruguay liegt eingeklemmt zwischen Brasilien, Argentinien und dem Atlantik und zählt nur drei Millionen Einwohner. Allerdings hatte La Celeste, das Team in den himmelblauen Trikots, vor der Reise nach Brasilien zweimal olympisches Gold gewonnen und zu Hause in Montevideos Centenario-Stadion auch die erste WM 1930. Ghiggia vom Klub Peñarol war dribbelstark, seine ersten Soli absolvierte er mit ausgestopften Socken im Elternhaus. Und seinen Antritt hatte er als Kind so lange geübt, bis er zu Hause auf der Straße dem Hund der Familie davonlief.

      João Luiz Albuquerque war ein kleiner Junge aus einem großen Land mit gewaltigen Hoffnungen. Jeden Sonntag nahm ihn sein Vater mit zum Fußball – beide verehrten den Klub Fluminense, dem als Heimstätte dieses Maracanã erwuchs. 11.000 Handwerker zogen den Hochaltar der Religion Futebol hoch. Das Bauwerk sollte für Brasiliens Aufstieg stehen. "Ein Monstrum", dachte der kleine João Luiz. Die Brasilianer hatten keinen Zweifel, dass darin nur einer Weltmeister werden konnte: ihre Seleção.

      Brasilianisches Lebensgefühl: Fußball auf Sand.

      Foto: fotolia/lazyllama

      Fußballspieler am Strand von Brasilien. (Quelle: fotolia/lazyllama)

      Ein Fest wie der Karneval

      Die ersten WM-Spiele gewann Brasilien dort lässig, 4 : 0 gegen Mexiko und 2 : 0 gegen Jugoslawien, zwischendurch 2 : 0 gegen die Schweiz in São Paulo. In der Finalrunde fertigte die Mannschaft die Schweden mit 7 : 1 ab und die Spanier mit 6 : 1. Die finale Begegnung mit Uruguay schien eine Pflichtübung zu sein, ein Remis genügte für Platz eins in der Gruppe und den Titel. Andererseits hatte Brasilien zuvor ein Testspiel gegen den Nachbarn verloren. Ghiggia sagt: "Wir kannten die Brasilianer."

      Das Finale. 16. Juli 1950. Ein lauer Tag in Südamerikas Winter, dessen klares Licht unter dem Zuckerhut und der Christusfigur die Farben leuchten ließ. João Luiz Albuquerque stieg mit Papa, Mama und einem Bekannten in Copacabana ins Auto. Um halb zehn Uhr morgens erreichten sie das Maracanã. In Taschen Sandwiches und Coca-Cola, doch die Flaschen durften nicht durch die Drehkreuze. João Luiz aß ein Eis nach dem anderen, gegen den Durst. Fünfeinhalb Stunden warteten sie auf den Anpfiff, auf dem Rasen wurde getrommelt, gesungen, getanzt. Ein Fest wie der Karneval. Natürlich würde Brasilien bald der WM-Pokal des Fifa-Präsidenten Jules Rimet gehören.

      Alle Blicke richten sich auf Brasilien

      Die Idole würden es richten. Pelés elegantes Vorbild Zizinho, der kantige Torjäger Ademir alias Queixada, Holzkinn. Carlos Bauer, genannt »Monster von Maracanã«. Unter dem Trikot trugen manche Spieler T-Shirts mit der Aufschrift »Brasil campeão«. Bürgermeister Ângelo Mendes de Morais grüßte vor Beginn über Lautsprecher die Brasilianer als Champions. Die Zeitung O Mundo druckte eine Sonderausgabe mit Mannschaftsfoto, Titel: "Das sind die Weltmeister!"

      Uruguays Trainer Juan López ließ seine Männer im Hotel in Flamengo auf die Gazette mit der Überschrift pinkeln. Dann fuhr die Delegation im Bus ohne Eskorte zum Maracanã und ruhte sich auf Matratzen aus. Alcides Ghiggia schlief kurz ein. Fast 64 Jahre später sitzt er jetzt vor dem uruguayischen Foto, das Minuten vor dem finalen Spiel einer der wenigen interessierten Fotografen schoss. Fast alle Blicke richteten sich auf Brasilien.

      Verdammt lang her: Uruguays Altstar Alcides Ghiggia mit einer Neuauflage seines Siegertrikots

      Foto: Paulo Fridmann

      Uruguays Altstar Alcides Ghiggia (Quelle: Paulo Fridmann)

      A copa é nossa

      Das Maracanã quoll über vor Brasilianern und Feierlaune. Na und? "Für mich hatte das Publikum keine Bedeutung", flunkert Ghiggia und hustet. Coach López gab vor, bis zur Pause defensiv zu bleiben. Halbzeitstand 0 : 0. João Luiz Albuquerque dachte sich nichts dabei, alles andere als eine Jubelparty kam in seiner Fantasie nicht vor. Umso weniger, als kurz nach Wiederanpfiff Friaça wie geplant das 1 : 0 gelang. Auf den Rängen explodierten Feuerwerkskörper, Rauch stieg auf. "Gol de Brasil", brüllte der Reporter Antonio Cordeiro auf Radio Nacional, "Tor für Brasilien." Die Tore und die Dramatik kann man sich im Fußballmuseum von São Paulo anhören, in einem meditativen Raum namens "Übergangszimmer". "A copa é nossa", spricht da eine Stimme aus dem Off, "der Pokal gehört uns." Noch.

      "Der Pokal gehört uns". Noch.

      Uruguays Kapitän Obdulio Varela trieb an. Ghiggia bediente vom rechten Flügel aus Juan Schiaffino, 1 : 1, 66. Minute. "Abwehrfehler von Juvenal", schimpfte damals Albuquerque Senior neben Junior João Luiz auf seinem Sitz. Beobachter Albuquerque und die Brasilianer wurden immer nervöser, Rechtsaußen Ghiggia und seine Uruguayer wurden von Minute zu Minute immer selbstbewusster. "A copa é ainda nossa", heißt es im Museu do futebol, "der Pokal gehört uns noch immer." Auch das 1 : 1 hätte Brasilien genügt. Danach werden die Schläge eines imaginären Herzen in den Boxen des Fußballmuseum immer schneller und immer dumpfer. Und gipfeln schließlich in diesem Infarkt.

      Im Fußballmuseum setzt der Puls aus

      16 Uhr 33. Alcides Ghiggia führte wieder auf der rechten Seite den Lederball und überlief Bigode, aber der schlug die Kugel diesmal nicht wie erwartet nach innen. Er zielte auf die Lücke zwischen dem rechten Pfosten und Brasiliens Torwart Moacyr Barbosa, der sich auf Schiaffino in der Mitte konzentrierte. João Luiz Albuquerque kritzelt in einer Bar in Rio den folgenden Spielzug auf eine Serviette. Alcides Ghiggia sagt in Montevideo: "Barbosa dachte, ich spiele wieder einen Pass. Ich sah den freien Raum. Ich musste mich in einer Sekunde entscheiden und Glück haben." Er zog mit rechts ab. 1 : 2.

      Im Fußballmuseum setzt der Puls aus. "Brasiliens Herz steht still." João Luiz Albuquerque stöhnt in Rio, als sei er im Maracanã noch live dabei: "Es war unglaublich." Selten waren so viele Brasilianer so starr. "Die lauteste Stille der Fußballgeschichte", schrieb der uruguayische Autor Eduardo Galeano. Man konnte Moskitos summen hören. Kaum jemand trieb die Seleção in den letzten Minuten an – ein Fehler, da sind sich Opfer Albuquerque und Täter Ghiggia einig. Abpfiff. Uruguay war Weltmeister. "Es war totenstill", sagt Alcides Ghiggia. Er erinnert noch genau an die fassungslosen Menschen auf der Tribüne: "Die Traurigkeit legte sich wie ein dunkler Mantel über das Stadion."

      Im umgebauten Maracanã war Ghiggia auch schon, es gefällt ihm komischerweise besser als das Original.

      Fußballstadion Maracanã

      Die Republik heult

      Uruguay bekam die Jules-Rimet-Trophäe. Brasiliens Spieler verließen weinend und gebückt das Maracanã, Alcides Ghiggia tat es fast leid. Seine Heimat dagegen feierte noch, als er mangels Platz im ersten Flugzeug zwei Tage später in Montevideo ankam. "Ein Wahnsinn", sagt Ghiggia. "Die Freude meines Landes bleibt mir." Uruguays Held wechselte nachher zu AS Rom und AC Mailand nach Italien und trug fünfmal die Farben der italienischen Squadra Azzurra. 1961 kam er zurück, die Veteranen wiederholten das Finale von 1950 für einen guten Zweck in Montevideo: 3 : 1 für Uruguay. Wieder traf Ghiggia.

      Die Albuquerques fuhren aus dem Maracanã wortlos heim, den Buben João Luiz und sein Land ließ die Blamage nicht mehr los. Erst heulte die Republik, auch Pelé verfolgen die Tränen seines Vaters noch immer. Dann wurde kaum mehr darüber gesprochen, es war ein Tabu. Später erschienen Bücher, Essays, Filme zum Thema. Der Schriftsteller Nelson Rodrigues erkannte im Maracanaço eine "nicht wiedergutzumachende Katastrophe, unser Hiroshima". Der Journalist Juca Kfouri ortete "ein kollektives Drama, eine nationale Katharsis«.

      "Ich bezahle seit 44 Jahren für ein Verbrechen, das ich nicht begangen habe."

      Torwart Barbosa wurde seines Lebens nicht mehr froh: "Die Höchststrafe in Brasilien sind 30 Jahre Gefängnis, wegen Mordes", klagte er 1994, "ich bezahle seit 44 Jahren für ein Verbrechen, das ich nicht begangen habe." Ghiggia sprach ihn frei: "Es war kein Torwartfehler", doch Barbosa starb 2000 wie ein Paria. Es hieß sogar, er habe 1963 den rechten Pfosten des Maracanã verfeuert und ein Steak darauf gegrillt, als sollte ein böser Geist ausgetrieben werden.

      Brasilien wurde seit 1958 fünfmal Weltmeister

      Brasilien zog in der Bilanz bald an Uruguay vorbei, wurde ab 1958 fünfmal Weltmeister. João Luiz Albuquerque brachte es zum Reporter, zum Übersetzer in Washington, ein Leben in der Boheme. Er freundete sich im Lauf der Zeit mit brasilianischen 50er-Verlierern wie Zizinho an.

      Sieger Alcides Ghiggia tat das auch. Er indes verarmte trotz des Ruhmes, verdingte sich zwischenzeitlich im Spielcasino und heiratete dreimal. Sein 50er-Trikot fraßen in einer Kiste die Motten auf, seine Goldmedaille verschwand, seine Stiefel fielen auseinander. Die alten Radioaufnahmen lässt ihn seine junge Gattin nicht mehr anhören – zu aufregend. Der Heroe lebt in einem einfachen Haus in Las Piedras bei Montevideo und starb 2012 fast, als ein Lastwagen gegen seinen Renault Clio prallte.

      Das Gespenst ist zurück

      Die Traurigkeit legte sich wie ein dunkler Mantel über das Stadion
      2000 hinterließ der Schütze seine Fußabdrücke neben jenen von Beckenbauer, Pelé und anderen Granden im Estrich des alten Maracanã – ein halbwüchsiger Brasilianer verpasste ihm eine Kopfnuss und rief: "Das Gespenst ist zurück!" Im umgebauten Maracanã war Ghiggia auch schon, es gefällt ihm komischerweise besser als das Original, und er glaubt, dass Deutschland im Juli Weltmeister wird. Ronaldo habe ihm das prophezeit, sagt er. Sie trafen sich bei der WM-Auslosung in Bahia. Ghiggia fiel die Kugel mit dem Zettel Uruguay versehentlich auf den Boden.

      João Luiz Albuquerque hofft auf Brasilien. Auf Neymar und Kollegen. So wie 195 Millionen Brasilianer. Doch selbst der Titel 2014 könne 1950 nicht wettmachen, sagt er, "man kann eine solche Enttäuschung nicht gegen einen Sieg tauschen". Vor einigen Jahren schnitt Witzbold Albuquerque einen zehnminütigen Videoclip zusammen, in dem die Seleção das Endspiel von 1950 gewinnt. Ghiggia schießt dabei gegen den Pfosten statt ins Tor. João Luiz Albuquerque nahm die Szene aus einem anderen Match, und am Ende ließ er Uruguayer statt Brasilianer weinen. Das Finale von "Casablanca" hatte Albuquerque auch geändert, in seiner Version bleibt Ingrid Bergman bei Humphrey Bogart.

      Im richtigen Leben allerdings ist dieser verdammte Treffer nicht mehr wegzukriegen. Zum Abschied holt Alcides Ghiggia mit dem rechten Bein aus, an seiner Krücke. Es ist, als fliege da noch mal ein Ball. Mitten ins brasilianische Herz.


      Dieser Text erschien erstmals im Sommer 2014 zur Fußballweltmeisterschaft in Brasilien im Allianz Deutschland Kundenmagazin "1890".

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