Felix Neureuther in Aktion: Hindernisse zu umkurven, war seine Spezialität. Was der Weltmeister auf der Piste gelernt hat, kann auch in anderen Situationen helfen
Felix Neureuther in Aktion: Hindernisse zu umkurven, war seine Spezialität. Was der Weltmeister auf der Piste gelernt hat, kann auch in anderen Situationen helfen. Foto: imago/GEPA pictures/Ch. Kelemen

Mit dem Risiko am Hang kennt sich Felix Neureuther aus. Kein Wunder, dass der Skiprofi auch nach Karriere­ende etwas von Absicherung versteht. Hier sind sechs Tipps für die richtige Vorsorge

1. Bleib in der Spur

 Der Sohn von Rosi Mittermaier und Christian Neureuther ist ein Familienmensch. Was er von seinen Eltern gelernt hat? »Am Boden zu bleiben, selbst Verantwortung zu übernehmen und genügsam durchs Leben zu gehen.« Da­ran will er sich auch weiterhin halten. Den größten Fehler, den er seiner Meinung nach machen könnte: Sein Vermögen verprassen und damit seine Familie in Schwierigkeiten bringen – prominente Beispiele aus dem Spitzensport gebe es ja zuhauf. »Ich bin da aber optimistisch. Wir brauchen nicht viel, um glücklich zu sein.«

2. Nie ohne Absicherung

 Es gibt wenige Sportarten, die riskanter sind als der Skisport. Deshalb war Felix Neureuther mehrfach abgesichert: Als Beamter in der Bundeszollverwaltung, durch die Deutsche Sporthilfe und »durch die Allianz, bei der ich ver­sichert bin, seit ich denken kann«. Auch jetzt will er nicht alles auf eine Karte setzen. Unabhängigkeit ist ihm wichtig. Deshalb probiert er sich in mehreren Bereichen aus: als Teilhaber der Rucksackfirma ABS, als Medienexperte, als Fachmann und Kinderbuchautor für seine Stiftung »Beweg dich schlau!«. Rückhalt gibt ihm die Familie: »Sie hat mir immer alles bedeutet und alles erst möglich gemacht.«

3. Fahre immer auf Sicht

 »Früher bin ich gerne Risiken eingegangen, heute ver­suche ich Risiken zu minimieren. Die Sorge um meine ­Familie ist größer als alles andere.« Angst um sich selbst kennt er nicht. Er hält sich für sparsam, aber nicht für geizig. Wenn es ums Geld geht, orientiert er sich an den Tipps des Vaters. »Er ist mein Vermögensberater. Das Geld wird ganz konservativ angelegt. Meine Bank hat mich hervorragend und defensiv beraten. Daneben habe ich in Immobilien investiert.«

4. Erfolg braucht keine Medaillen

 Wie definiert ein mehrfacher Weltmeister künftig Er­folg? »Medaillen und Pokale waren mir nie wichtig. Erfolg ist für mich, glücklich zu sein. Und das bin ich meistens. Ich bin ein durch und durch positiver Mensch.« Natürlich gehe es ihm manchmal schlecht. »Aber es gibt ­immer Menschen, denen es viel schlechter geht. Das muss man sich stets vor Augen halten.«

5. Gib acht auf die Kleinen

 Sein Herz gehört dem Nachwuchs, und für diesen hat er schon früh Verantwortung übernommen. »Ich habe während meiner aktiven Zeit angefangen, Trainingsprogramme für Kinder zu entwickeln. Daraus ist heute die »Beweg dich schlau!«-Stiftung geworden. »Das macht mir total viel Spaß, und ich engagiere mich da für den guten Zweck. Ich wollte immer der Gesellschaft etwas zurückgeben.«

6. Aufstehen, weiterfahren

 Kreuzbandriss, gebrochener Daumen, Schleudertrauma – Felix Neureuther hat viel Pech gehabt, fühlt sich dadurch aber gegen künftige Rückschläge besonders gut gewappnet. »Du lernst zu kämpfen. Verletzungen gehören dazu, aber wenn du es schaffst wiederzukommen, dann wird es noch emotionaler, und der Sport lebt von Emotionen.« Deswegen waren für ihn die positivsten Ereignisse die negativen. »Die haben mich mehr geformt als die guten.« Egal, was die beruflichen Herausforderungen bringen: »Wenn es mal schlecht wird, dann fahre ich die Ellbogen aus!«

Gut zu wissen
Fünf Weltmeistertitel und 13 Weltcupsiege machen Felix Neureuther zum erfolgreichsten alpinen Skifahrer Deutschlands. 2019 hat der 35-Jährige seine Karriere beendet. Neureuther lebt mit seiner Frau, der Biathletin ­Miriam, und der gemeinsamen Tochter in Garmisch-Partenkirchen. Das zweite Kind ist unterwegs.

Bildquellen

  • felix-neureuther-allianz-2: imago/GEPA pictures/Ch. Kelemen