Anteil der Erwerbstätigen zwischen 60 und 64 Jahren steigt sprunghaft an
Foto: Berliner Demografie Forum

Von 2012 bis 2014 ist der Anteil der Erwerbstätigen zwischen 60 und 64 Jahren in Deutschland um 6,1 Prozentpunkte auf 52,6 Prozent gestiegen / Verdoppelung des Anteils in nur 10 Jahren – Deutschland nähert sich Ländern wie Korea oder Japan / “Zukunft der Arbeit” und “Integration von Flüchtlingen” sind Schwerpunktthemen beim 5. Berliner Demografie-Forum (BDF) vom 24. bis 25. Februar / Redner der wichtigsten internationalen Expertenveranstaltung zu Demografie-Fragen sind u.a. die Ministerpräsidentin des Saarlandes Annegret Kramp-Karrenbauer und Franz Müntefering

Berlin, 23. Februar 2016 – Noch nie haben so viele ältere Menschen in Deutschland mit Arbeit Geld verdient: Von 2012 bis 2014 stieg die Zahl der Erwerbstätigen im Alter zwischen 60 und 64 Jahren von 46,5 Prozent auf 52,6 Prozent. Das ergab der Demografiekompass 2016 des BDF. Mit diesem sprunghaften Anstieg setzt sich ein langfristiger Trend fort: Innerhalb von nur zehn Jahren hat sich der Anteil der Erwerbstätigen in dieser Altersgrup-pe mehr als verdoppelt (2004: 25,3 Prozent), innerhalb von 20 Jahren sogar verdreifacht (1994: 17,6 Prozent).

“Ob Menschen im fortgeschrittenen Alter arbeiten, hängt stark davon ab, welche Sinnhaftigkeit und welche Selbstverwirklichung sie in ihrem bisherigen Berufsleben sehen. Der Anteil der Älteren, die weiterarbeiten, ist vor allem unter Hochqualifizierten sehr hoch”, erläutert Prof. Dr. Norbert Schneider, Direktor des Bundesinstituts für Bevölkerungswissenschaft. Auch finanzielle Gründe spielten dabei eine Rolle, jedoch nicht die alleinige. “Vor allem wollen die Menschen ihre geistige Fitness und den Kontakt zu anderen Menschen erhalten und sie haben Freude an der Arbeit.” Der Trend zu immer mehr älteren Beschäftigten werde sich fortsetzen. “Deutschland ist inzwischen auf einem ähnlichen Niveau wie die USA. Auch der Abstand zu Ländern wie zum Beispiel Korea und Japan, die einen deutlich höheren Anteil an Erwerbstätigen bei älteren Menschen haben, hat sich seit 2012 deutlich verringert”, so Schneider. Beim BDF wird er die Zahlen im Panel “Demografischer Wandel als globale Herausforderung” vorstellen und diskutieren.

Bis 2030 soll die Zahl der über 80-Jährigen bundesweit um fast 50 Pro-zent auf mehr als 6,3 Millionen steigen. Was bedeutet das für den Arbeitsmarkt? Und wie können die geflüchteten Menschen in unsere Ge-sellschaft integriert werden?

Antworten darauf will das Panel zum Thema “Integration von Flüchtlingen” geben. “2016 steht die Gemeinschaftsaufgabe Demografie-Migration-Integration auf der Tagesordnung; sie ist anstrengend, aber chancenreich”, betont Franz Müntefering, Bundesarbeitsminister a.D. Als Beiratsvorsitzender des BDF wird Müntefering am 24. Februar eine Grundsatzrede zu Beginn des zweitägigen Forums halten.

Eröffnet wird das BDF durch den Vorstandsvorsitzenden der Allianz Deutschland AG Manfred Knof. Er sieht vor allem drei Herausforderungen: “Neben der Integration von Flüchtlingen bleiben zwei grundlegende Heraus-forderungen für unsere Gesellschaft im Fokus, nämlich die finanzielle Absi-cherung von Alter und Pflegefall sowie die kommende Umgestaltung unserer Arbeitswelt.” Letzteres diskutieren hochkarätige Teilnehmer in dem Panel “Zukunft der Arbeit”, das sich vor allem den Fragen zur Digitalisierung und Automatisierung der Arbeitswelt widmet.
Vom BDF gehen die wichtigsten Impulse und Lösungsansätze für die akute und globale Herausforderung des demografischen Wandels aus.

“Klar ist: Alle Länder werden altern – Unterschiede gibt es allerdings bei Tempo, Niveau und Zeitpunkt”, sagt Schneider. In Japan arbeiten bereits mehr als 60 Prozent der 60- bis 64-Jährigen. Gleichzeitig steigt der Anteil der Pflegebedürftigen. Haben wir in einigen Jahren japanische Verhältnisse? Schneider sieht die Alterung zwischen 50 und 75 Jahren als Chance – und nicht als Bedrohung. “Das Risiko pflegebedürftig zu werden steigt erst ab 80 Jahren signifikant an.”

Zum 5. BDF kommen rund 300 internationale Experten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammen, um ihre Analysen vorzustellen und zu diskutieren. Die Daten hierfür liefert auch der Demografiekompass des BDF. Schwerpunktthema in diesem Jahr: “Arbeit – Lebenschancen – Wohlstand”. Das 5. BDF findet am 24. und 25. Februar 2016 von 10 bis 17 Uhr an der ESMT, Schlossplatz 1 in 10178 Berlin statt.

Als Experten sind unter anderem mit dabei: Franz Müntefering, Bundesar-beitsminister a.D.; Dame Carol M. Black, Expert Advisor to H.M. Government, London; Dr. Manfred Knof, CEO der Allianz Deutschland; Prof. Norbert Schneider, Direktor des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung; Anneg-ret Kramp-Karrenbauer, Ministerpräsidentin des Saarlandes; Hans-Georg Engelke, Staatssekretär, Bundesministerium des Innern; Dr. Ralf Kleindiek, Staatssekretär, Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Weitere Informationen und das Programm finden Sie unter www.berlinerdemografieforum.org
Anmelden können Sie sich per Mail (bdf@jk-kom.de) oder telefonisch (+49 (0)30-520 00 57 810).

Über das Berliner Demografie-Forum
Das Berliner Demografie-Forum ist eine parteiübergreifende, internationale Debatten-plattform zum Thema demografischer Wandel. Das Forum führt internationale Akteure aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammen, um gemeinsam Lösungsansätze zu diskutieren und zu einer nachhaltigen Entwicklung beizutragen. Hiermit soll auch die Bedeutung demografischer Einflussfaktoren in einer breiteren Öffentlichkeit verankert werden.
Seit der Auftaktveranstaltung im Januar 2012 findet das Forum einmal jährlich statt. Gründungsinitiatoren waren das Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend und die Allianz, heute wirken auch das Bundesministerium des Innern und das Bundesministerium für Gesundheit mit. Die Konferenzleitung übernehmen Bot-schafter Wolfgang Ischinger und Prof. Jörg Rocholl, PhD. Ausrichter des Forums ist die ESMT European School of Management and Technology.

Über die Allianz Deutschland AG
Die Allianz Gruppe ist in etwa 70 Ländern vertreten und einer der größten Finanz-dienstleister der Welt. Der wichtigste und bedeutendste Markt des Unternehmens ist Deutschland, wo die Allianz 1890 ihre Geschäftstätigkeit aufgenommen hat.
Die Allianz Deutschland AG ist in der Schaden- und Unfallversicherung, der Lebens-versicherung sowie der Krankenversicherung tätig. Ihren rund 20 Millionen Kunden hilft sie, sich gegen Risiken zu schützen sowie finanzielle Chancen zu nutzen und bietet als führender Versicherer in Deutschland umfassende und auf den Bedarf ihrer Kunden zugeschnittene Lösungen rund um Versicherung, Vorsorge und Vermögen aus einer Hand. Mit 8.400 Vertretern und knapp 30.000 Mitarbeitern erwirtschaftet die Allianz Deutschland AG einen Umsatz von knapp 30 Milliarden Euro. Sie trägt damit rund ein Viertel zum Gesamtumsatz der Allianz Gruppe bei.

Über die ESMT
Die ESMT European School of Management and Technology ist eine internationale Business School, die von 25 führenden globalen Unternehmen und Verbänden ge-gründet wurde. Sie bietet englischsprachige Vollzeit- und berufsbegleitende Executive MBA-Studiengänge, einen Executive MBA/MPA-Studiengang, einen Master in Ma-nagement-Studiengang sowie Managementweiterbildung auf Englisch und Deutsch an. Die ESMT konzentriert sich auf drei Schwerpunkte: Leadership und gesellschaftliche Verantwortung, europäische Wettbewerbsfähigkeit und Technologiemanagement. Die Faculty der ESMT veröffentlicht in führenden wissenschaftlichen Zeitschriften. Zu-sätzlich stellt die Business School eine interdisziplinäre Plattform für Politik, Wirt-schaft und Wissenschaft dar. Der Hauptsitz der ESMT befindet sich in Berlin, ein zweiter Standort ist Schloss Gracht bei Köln. Die ESMT ist eine staatlich anerkannte, private wissenschaftliche Hochschule mit Promotionsrecht, deren Angebot von AACSB, AMBA, EQUIS und FIBAA akkreditiert worden ist. www.esmt.org