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      Philipp Eisenmann, 39 ist Controller bei der Allianz.

      Mitarbeiter 28. September 2016

      Sie lassen sich nicht einschränken

      Die Allianz unterstützt nicht nur Paralympics-Topathleten, sondern fördert Inklusion auch im eigenen Haus. Drei Beispiele von Fachleuten mit Besonderheiten.

      Philipp Eisenmann ist Controller bei der Allianz Deutschland und liest seinen Kollegen Fragen und Wünsche von den Lippen ab.

      Philipp Eisenmann ist Controller bei der Allianz Deutschland und seit seiner Geburt hochgradid schwerhörig.

      Philipp Eisenmann, Controller in Unterföhring

      Philipp Eisenmann ist 40 Jahre alt und arbeitet als Controller bei der Allianz Deutschland. An sein Vorstellungsgespräch vor fast elf Jahren erinnert er sich noch gut. Dass er von Geburt an hochgradig schwerhörig ist, hatte er in seiner Bewerbung geschrieben. Also ging er davon aus, dass die Fragen sich darum drehen würden.

      Doch seine künftigen Vorgesetzten sprachen lieber über sein BWL-Studium. Erst am Ende des Gesprächs fragten sie ihn, was er brauche, um den Job problemlos ausüben zu können. Seine Antwort: "Telefonieren fällt mir schwer und spricht ein Kollege mit mir, muss er mich anschauen, damit ich von seinen Lippen ablesen kann." Wenige Wochen später hatte er den Vertrag unterschrieben. "Meine Behinderung spielte keine Rolle. Weder damals noch heute."

      Der begeisterte Sportler ist aktiver Skirennläufer, fährt Rad und läuft Marathon. Die Paralympics findet Philipp Eisenmann großartig. "Die Athleten beweisen, dass ihre Behinderung sie nicht einschränkt."

      Martina Bauer ist Mathematikerin bei der Allianz Deutschland. Seit vier Jahren erleichtet ihr ein Implantat die Arbeit.

      Martina Bauer arbeitet als Mathematikerin bei Allianz Deutschland und ist seit ihrer Kindheit stark hörgeschädigt.

      Martina Bauer, Mathematikerin in Stuttgart

      Seit sieben Jahren arbeitet Martina Bauer in Stuttgart im IT-Bereich, erst vor vier Jahren hat sie sich ein Stück der akustischen Welt zurückerobert. Seit ihrer Kindheit stark hörgeschädigt, ließ sie sich ein Cochlea-Implantat in ihr linkes Ohr einsetzen, das bis dahin vollständig taub war. Das rechte Ohr wird seit jeher von einem Hörgerät unterstützt.

      Nach der Operation hörte die 47-jährige Diplom-Mathematikerin zunächst gar nichts. "Es klang für mich alles wie Micky Maus, ich musste das Sprachverständnis wieder ganz neu aufbauen." Dank der neuen Hörfähigkeit ist für Martina Bauer der berufliche Alltag deutlich einfacher geworden. Ein spezielles Gerät unterstützt sie beim Telefonieren, indem es das Gespräch per Funk direkt auf das Hörgerät und das Implantat überträgt. Weitere Erleichterungen wie ein Einzelbüro oder Trennwände will sie nicht. "Ich ziehe die direkte Kommunikation mit den Kollegen vor. Und wenn ich mal Ruhe brauche, mache ich das Hörgerät einfach leiser."

      Andreas Müller ist Buchhalter bei der Allianz Deutschland und arbeitet mit einer speziellen Computertastatur.

      Andreas Müller ist Buchhalter bei der Allianz Deutschland und fast vollkommen blind.

      Andreas Müller, Buchhalter in Unterföhring

      Andreas Müller ist fast blind. Dennoch verbringt er den Großteil seines Arbeitstages vor dem Computer. Möglich ist das für den 40-Jährigen dank spezieller Software und anderer Hilfsmittel. "Ich habe den Screenreader, ein Bildschirmvorleseprogramm. Das heißt, mein Computer liest mir meine E-Mails oder Tabellen vor", erklärt Müller. Und davon gibt es jeden Tag sehr viele, denn Müller arbeitet in der Buchhaltung auf dem Allianz Campus in Unterföhring.

      Zusätzlich zur Standardtastatur verfügt er über eine sogenannte Braillezeile, die ihm den Bildschirminhalt in Blindenschrift anzeigt. "So kann ich die Worte quasi ertasten", sagt Müller. Seine täglichen Arbeitswege bewältigt er mithilfe eines weißen Blindenstocks selbstständig und selbstbewusst. Auch im Privatleben legt er großen Wert auf seine persönliche Unabhängigkeit. Trotz aller Herausforderungen fühlt sich Andreas Müller gut integriert. Denn er ist überzeugt: "Es gibt Wichtigeres im Leben, als perfekt sehen zu können."