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      Klaus-Peter Röhler, Vorstandsvorsitzender der Allianz Deutschland (Quelle: Allianz Deutschland AG)

      Interview mit Klaus-Peter Röhler 2. März 2018

      „Wir sind auf dem richtigen Weg“

      Foto: Allianz Deutschland AG
      Interview mit Klaus-Peter Röhler, Vorstandsvorsitzender der Allianz Deutschland AG,
      zu den Geschäftszahlen 2017.

      Herr Röhler, die Allianz Deutschland hat für 2017 wieder gute Zahlen vorgelegt. Was sind für Sie – als neuer CEO – die Highlights?

      Die Allianz Deutschland ist 2017 wieder stark gewachsen. Für mich zählt vor allem, wer hinter den Zahlen steht – nämlich unsere Kunden, die uns ihr Vertrauen schenken, und unsere Mitarbeiter, Vertreter und Vertriebe, die uns die Erfolge ermöglicht haben. Die Bestmarken beim Umsatz in der Sach- und in der Lebensversicherung zeigen vor allem eines: dass wir unseren Kunden attraktive Produkte bieten, die ihren Bedürfnissen entsprechen.

      Zum Beispiel?

      Die neue Autoversicherung zum Beispiel. Ein einfach verständliches Produkt mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis, in dem alle wichtigen Leistungen bereits in der Grunddeckung enthalten sind – davon profitieren die Kunden und das Unternehmen. Wir hatten die beste Abwerberunde seit mindestens 16 Jahren und haben 150.000 Fahrzeuge hinzugewonnen, das sind dreimal so viele wie im Vorjahr. Rund 30 Prozent der Kraft-2.0-Kunden sind echte Neukunden für die Allianz. In der Lebensversicherung wachsen wir weiter deutlich entgegen dem Marktrend. Mit unseren neuen Vorsorgeprodukten haben wir schon früh Angebote auf den Markt gebracht, die werthaltige Garantien und gleichzeitig attraktive Renditechancen bieten – das kommt bei unseren Kunden gut an. Ende 2017 kamen über 90 Prozent des Privatkunden-Neugeschäfts aus diesen Produktinnovationen. Unsere neuen Vorsorgekonzepte haben die traditionelle Lebensversicherung endgültig abgelöst.

      Trotzdem ist das operative Ergebnis zurückgegangen?

      Hauptgrund dafür ist die hohe Elementarschadenbelastung in der Sachversicherung. Stürme und Unwetter haben den Haus- und Fahrzeugbesitzern im vergangenen Jahr kräftig zugesetzt – auch viele unserer Kunden waren betroffen. Ihnen haben wir schnell und unkompliziert geholfen. Im Fall der Fälle für den Kunden da zu sein ist die zentrale Aufgabe eines Versicherers. Allein bei dem Unwetterereignis „Paul“ im Juni 2017 gingen binnen weniger Tage mehr als 36.000 Schadenmeldungen bei uns ein. Mit Hagelsammelbesichtigungen an mehreren Standorten konnten wir die Schäden schnell begutachten und auf Wunsch das Geld auch gleich an den Kunden auszahlen. Mein Dank gilt hier besonders allen Mitarbeitern und Vertretern, die unseren Kunden zur Seite stehen.

      Was möchten Sie als neuer CEO der Allianz Deutschland verbessern?

      Die Allianz Deutschland ist mit der Erneuerungsagenda genau auf dem richtigen Weg. Aber um dauerhaft wirtschaftlich erfolgreich zu sein und gegen die Konkurrenz aus dem Internet bestehen zu können, müssen wir uns immer weiter entwickeln und uns ganz am Kunden ausrichten. Dazu gehört, dass wir uns bei unseren Services im Hinblick auf Qualität und Schnelligkeit weiter verbessern. Und wir müssen produktiver werden. Wenn wir unsere Produkte und Prozesse vereinfachen und – wo immer sinnvoll – digitalisieren, reduzieren wir Komplexität und verringern Kosten. Das kommt den Kunden zugute, und wir bleiben wettbewerbsfähig.

      Wie gehen Sie vor?

      Derzeit bin ich viel unterwegs im Land, besuche Mitarbeiter an unseren verschiedenen Standorten und lerne Vertreter wie Kunden kennen. Es ist mir wichtig, von den Menschen direkt zu erfahren, was sie bewegt. Denn gelingen kann das alles nur mit einer noch intensiveren Zusammenarbeit innerhalb der Allianz, auch über Sparten und Einheiten hinweg, und vor allem mit engagierten Kollegen, die sich aktiv einbringen und sich nicht scheuen, konstruktive Kritik zu äußern. Das ist eines meiner zentralen Anliegen.