Allianz Umfrage zum Tag des Schlafes am 21. Juni
Selig in Morpheus Armen - wie schlafen die Deutschen?
Deutschland ist das Land der Frühaufsteher und des Mittagsschlafs. Doch jeden vierten Bundesbürger plagen Schlafstörungen, vor allem Grübeln und Stress in der Arbeit hält die Menschen wach. Bereits mit geringem Aufwand lässt sich viel für einen besseren Schlaf tun.
Um das Schlafverhalten der Deutschen unter die Lupe zu nehmen, hat die Allianz Deutschland AG das Meinungsforschungsinstitut ipsos mit einer Untersuchung beauftragt. Erstes Ergebnis der repräsentativen Umfrage: Die Deutschen gehen früh zu Bett und stehen früh wieder auf. Zwei Drittel der Befragten gehen vor 23 Uhr, ein Viertel sogar vor 22 Uhr schlafen – Männer im Schnitt etwas später als Frauen, die Jüngeren (unter 35 Jahre) später als die Älteren.
Dafür steigen drei von vier Bundesbürgern vor 7 Uhr, über 40 Prozent sogar vor 6 Uhr morgens wieder aus den Federn. Der Großteil (57%) kommt insgesamt mit relativ wenig Schlaf aus, fünf bis sieben Stunden müssen hier genügen. Jeder Dritte gönnt sich sieben bis neun Stunden Schlaf. Nach der Bewertung des eigenen Schlafpensums befragt, sind die meisten mit diesem auch zufrieden (68%). Gut jeder Vierte (27%) würde gerne länger im Bett bleiben. Vor allem Jüngere, Berufstätige und Eltern fühlen sich betroffen. Von ihnen klagt mehr als ein Drittel über zu wenig Nachtruhe.
Schäfchen gezählt? Oder hat dieser Mann von Natur aus einen guten Schlaf? Wir werden ihn erst in ein paar Stunden fragen können.
Jeder dritte Deutsche hält Mittagsschlaf
Die Deutschen schlafen ungern allein. Die meisten (61%) teilen ihr Bett mit dem Partner oder der Partnerin. Aber auch Kinder schlüpfen oft ins Bett der Eltern: Über 18 Prozent müssen sich öfter einmal das Bett mit den "lieben Kleinen" teilen. Dagegen sind Haus- oder auch Stofftiere eher selten unter der Decke anzutreffen. Nur fünf beziehungsweise knapp drei Prozent der Befragten gewähren diesen treuen Gefährten Zutritt - darunter wesentlich mehr Frauen als Männer.
Der Mittagsschlaf wird hierzulande hoch gehalten: 31 Prozent der Befragten legen sich mittags regelmäßig oder gelegentlich auf Ohr. Weitere 19 Prozent würden dies gerne tun, die Umstände lassen es aber nicht zu. Gegen die kleine Schlafpause am Mittag ist laut Dr. med. Sieglinde Philippi, Fachärztin für Innere und Allgemeinmedizin und Gesellschaftsärztin bei der Allianz Privaten Krankenversicherung, normalerweise auch nichts einzuwenden - sie kann sogar die Leistungsfähigkeit am Nachmittag steigern. "Wer aber nachts schlecht schläft, dem rate ich von einem Mittagsschlaf ab. Dieser kann die nächtlichen Probleme verstärken, da die Betroffenen abends nicht richtig müde sind und noch weniger schlafen".
Schlafstörungen verbreitet - jeder Vierte hat Probleme
Schlafstörungen, die regelmäßig wiederkehren, sind relativ verbreitet: Jeder vierte Befragte leidet daran, Frauen (27%) sind eher betroffen als Männer (21%). Insgesamt ist das Nicht-Durchschlafen-Können das häufigste Schlafproblem, gefolgt von Einschlafschwierigkeiten. Der Schlafmangel äußert sich das laut Allianz-Umfrage bei gut jedem Dritten (35%) in schlechter Laune, viele (32%) können sich nicht mehr gut konzentrieren, brauchen für alles länger (20%) oder bekommen Kopfschmerzen (17%). Bei älteren Personen über 55 Jahren sind auch Kreislaufprobleme (12%) eine häufige Folge - dafür machen den Älteren die Auswirkungen eines Schlafdefizits insgesamt weniger zu schaffen als der jüngeren Generation.
"Es ist ganz normal, wenn man öfter einmal nicht gut schlafen kann - hier muss man sich zunächst keine Sorgen machen", erläutert Dr. Philippi. "Meistens sind Schlafstörungen nicht medizinisch behandlungsbedürftig. Zum Arzt gehen sollte man aber, wenn die Störungen über mehrere Monate andauern und man über diese Zeit pro Woche mindestens vier Mal massive Schwierigkeiten beim Ein- oder Durchschlafen hat. In der Folge legt der Mediziner dann meist gemeinsam mit dem Betroffenen ein Schlafprotokoll an, in dem das Schlafverhalten genau beobachtet und dann individuelle Maßnahmen festgelegt werden."
Grübeln, Stress und Gedanken an die Arbeit rauben den Schlaf
Grund Nummer eins für Schlafstörungen sind laut Allianz Umfrage nächtliches Grübeln, Sorgen und Arbeitsstress - 55 Prozent derjenigen, die an Schlafstörungen leiden, werden von entsprechenden Gedanken wach gehalten. Aber auch der Gang zur Toilette stört viele (39%) regelmäßig in ihrer wohlverdienten Nachtruhe, vor allem die ältere Generation. Weitere körperliche Ursachen wie Schmerzen oder eingeschlafene Arme und Beine bringen 16 Prozent um ihren Schlaf.
Doch Störungen können auch "von außen" kommen: Jeden Fünften, der sein Bett mit dem Partner teilt, reißt dessen Schnarchen aus den Träumen - dabei fühlen sich wesentlich mehr Frauen als Männer gestört. Fast 40 Prozent der Eltern werden zudem regelmäßig von ihren Kindern geweckt. Trotzdem zeigt die Umfrage, dass ein "Mitschläfer" sehr zur Schlafqualität beiträgt: Wer Partner oder Partnerin neben sich weiß, leidet weitaus weniger (20%) an Schlafstörungen als jemand, der alleine schläft (33%). Dr. Philippi erklärt: "Hier spielt der psychologische Faktor eine große Rolle. Wer neben dem geliebten Menschen einschläft, ist beruhigt, fühlt sich sicher, schläft subjektiv besser."
Viele tun nichts gegen Schlaflosigkeit
Um bei Schlafstörungen wieder einzuschlafen, greifen die Umfrageteilnehmer zu vielfältigen Maßnahmen: Musikhören und Lesen belegen dabei den ersten Platz - fast jeder fünfte Befragte mit Schlafstörungen versucht auf diese Weise, wieder zur Ruhe zu kommen. Knapp weitere neun Prozent nehmen Medikamente aus der Apotheke, ebenso viele stehen einfach kurz auf und bewegen sich.
Je etwa fünf Prozent setzen auf Hausmittel (z.B. Kamillentee, heiße Milch), versuchen es mit Entspannungsübungen oder sehen fern. Auch Singen oder Beten werden vereinzelt als Maßnahmen gegen die Schlaflosigkeit genannt. Fast die Hälfte allerdings unternimmt schlichtweg nichts - diese Befragten bleiben einfach liegen und hoffen, dass sie bald wieder einschlafen.
Genußmittel vor dem Schlafengehen meiden
"Viele Menschen wissen nicht, dass sie schon mit einfachen Mitteln viel für besseren Schlaf und damit für ihr Wohlbefinden tun können", erklärt Dr. Philippi. "Zum Beispiel sind Rituale und feste Rhythmen, eine so genannte 'gute Schlafhygiene' wichtig." Wer schlecht schläft, sollte deshalb versuchen, möglichst zu den gleichen Zeiten zu Bett zu gehen und aufzustehen. Auch entspannende Tätigkeiten am Abend und ein einladendes, gemütliches Schlafzimmer helfen.
Gemieden werden sollten auf jeden Fall schwer verdauliche Speisen, koffeinhaltige Getränke wie Kaffee oder Cola sowie Alkohol und Nikotin. Gerade vom "Gläschen Wein" als Einschlafhilfe rät die Ärztin ab: "Alkohol kann zwar das Einschlafen fördern, dafür begünstigt er aber Durchschlafstörungen - und es besteht die Gefahr, sich daran zu gewöhnen, also abhängig zu werden."
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