Klima kennt keine Grenzen
Der Klimawandel macht nicht vor Landesgrenzen halt: Auch für Deutschland haben der weltweite Temperaturanstieg und die Häufung extremer Naturereignisse weit reichende Folgen

Wüste statt Wald? Der Klimawandel macht auch vor Deutschland nicht halt
Der Klimawandel ist eine der großen Herausforderungen unserer Zeit. Was lange als Erfindung von Naturschützern abgetan wurde, ist längst wissenschaftlicher Fakt: Die Temperaturen nehmen weltweit zu, Gebirgsgletscher und Eisberge schmelzen, der Meeresspiegel steigt, extreme Wetterereignisse häufen sich. Viele dieser Phänomene haben anthropogene Ursachen, sprich: die Menschen sind dafür verantwortlich.
Während die tropischen und subtropischen Regionen bereits von Ernterückgängen, Wassermangel und Seuchengefahr bedroht sind, könnten andere Teile der Erde vorübergehend sogar vom veränderten Klima profitieren: Deutschland würde, so eine erste Überlegung, bei höheren Durchschnittstemperaturen wohl auch höhere Ernteerträge erzielen und durch einen geringeren Heiz-Bedarf in Wohn- und Arbeitsräumen Energie einsparen.
Motten statt Moonboots
Bereits mittelfristig betrachtet ist das allerdings eine Milchmädchenrechnung: So rechnet das Berliner Institut für Wirtschaftsforschung in einer Studie vor, dass der Klimawandel in der Bundesrepublik bis zum Jahr 2050 Kosten in Höhe von 800 Milliarden Euro verursachen könnte. Selbst wenn diese Summe zu hoch gegriffen sein sollte, steht bereits jetzt fest, wer zu den Hauptbetroffenen gehört: Die Sektoren Landwirtschaft und Tourismus.
Steigt die Temperatur um 4,5 Grad (ein Wert, der im Verlauf des 21. Jahrhunderts durchaus erreicht werden könnte, so Wissenschaftler des Max Planck Instituts) ist dies das Ende für den Wintersport in fast allen deutschen Skigebieten. Aber auch im Sommer ist die Natur Belastungsproben ausgesetzt: Bayerische Förster berichten, dass sich Schädlinge wie Borkenkäfer und Motten - die eigentlich aus südlicheren Regionen stammen - in den Wäldern nördlich der Alpen zunehmend wohl fühlen. Und die Menschen? Sie leiden immer häufiger unter der Sommerhitze und anderen Wetterextremen.

Blitz und Donner, Stürme und Überschwemmungen - Schäden nehmen stark zu
Globales Phänomen mit lokalen Auswirkungen
Nicht minder stark von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen ist eine weitere Branche: das Versicherungsgewerbe. In den letzten 30 Jahren ist weltweit ein 15-facher Anstieg wetterbedingter Versicherungsschäden festzustellen, so Studien einiger Rückversicherer. Vier von zehn Schäden im Industriegeschäft sind mittlerweile auf Stürme und Überschwemmungen zurückzuführen. Und für das kommende Jahrzehnt erwarten die Experten einen weiteren Anstieg der durchschnittlichen jährlichen Schadenssumme von derzeit rund 30 Milliarden auf bis zu 41 Milliarden US-Dollar.
"Unternehmen wie die Allianz sind vor diesem Hintergrund stark an einer Begrenzung der Erderwärmung interessiert", so Thomas Pleines, Vorstandsvorsitzender der Allianz Versicherungs-AG. "Da der Prozess nicht vollständig aufzuhalten sein wird, müssen wir uns aber auch auf die Effekte, die der Klimawandel auf die Allianz und ihre Kunden haben kann, vorbereiten. Klimarisiken finden bereits verstärkt Berücksichtigung in unseren Geschäftsprozessen, das Versicherungsgewerbe kann und sollte eine Vorbildposition für die gesamte Wirtschaft einnehmen."
Klimaschutz als Chance
Dass aktiver Klimaschutz nicht allein Kosten verursachen muss, sondern auch Chancen für wirtschaftliches Wachstum bieten kann, beweisen die weltweit hohe Nachfrage nach Kohlendioxid-armen und effizienteren Technologien. Mit Hochdruck wird die Erforschung und Nutzung alternativer Energiequellen wie Wind- und Solarkraft oder Biomasse vorangetrieben.
Deutschland nimmt auf diesen Gebieten eine Vorreiterrolle ein - auch wirtschaftlich: Allein 2006 wurden mit Photovoltaikzellen, Windturbinen und ähnlichen erneuerbaren Energietechnologien Exporterlöse in Höhe von sechs Milliarden Euro erzielt. Bis zu 700.000 neue Jobs, so die Expertenmeinung, könnten in den nächsten zwanzig Jahren in diesem Industriezweig entstehen. Analysten prognostizieren ein anwachsen des Marktvolumens für Umwelttechnologien von derzeit rund 60 Milliarden auf bis zu 400 Milliarden Euro im Jahr 2030.
Aktiv im Kampf gegen den Klimawandel
Die Allianz nimmt ihre Rolle als aktiver Risikomanager im Kampf gegen den Klimawandel ernst: Seit mehreren Jahren kooperiert sie mit dem World Wide Fund for Nature (WWF) - Stichwort: Know-how-Austausch - und hat weltweit bereits verschiedene Klimaschutz-Projekte angestoßen. In Deutschland wurde im September 2007 mit dem Versicherungsprodukt "ECOMotion" ein Meilenstein gesetzt: Umweltbewusste Autofahrer können mit der speziellen Kfz-Versicherung ihren CO2-Ausstoß neutralisieren.
Aber auch im klassischen Geschäft sieht der Versicherer immer häufiger grün: So wurde gerade ein Abkommen mit der Deutschen Post getroffen, das es ermöglicht, den Versand von Policen und anderer Geschäftskorrespondenz – immerhin 140 Millionen Briefe pro Jahr - CO2-neutral zu gestalten (mehr dazu im Artikel „Alle Ampeln auf grün“, siehe Links unten auf dieser Seite).
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